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Mickey Rourke
Philip Andre Rourke Jr.
Biographie
© Constantin Film
| Geboren am | 16.9.1952 | in | Schenectady, New York, USA | Autor | Thomas Ays |
|---|
“Es tat weh, Mickey Rourke zu sein. Ich bin wütend aufgewacht und wütend ins Bett gegangen.“
Die Meinungen, was den Schauspieler Mickey Rourke angeht, könnten geteilter nicht sein. Die einen betiteln ihn als (früheren) Sexgott der oberen Kategorie mit einer Ausstrahlung zum Niederknien. Die anderen schimpfen ihn einen furchtbaren Schauspieler mit null Talent und genauso wenig Charisma.
Mickey wurde im Staat New York geboren, wuchs in Florida auf und mauserte sich später zu einem recht ordentlichen Boxer. Als „El Marielito“, so sein Spitzname, konnte er einige Erfolge als Profiboxer feiern. Doch der Sport genügte dem damals noch jungen Amerikaner nicht. Durch exzellente Beziehungen bekam er einen Platz am berühmten "Actor's Studio" in New York. (Vitamin B eben.) Wenig später gab er sein Bühnendebüt in Arthur Millers "A View from the Bridge“ – Der Schauspieler Mickey Rourke war geboren.
1979 entdeckte ihn dann Steven Spielberg und besetzte ihn in seinem Streifen „1941 - Wo bitte geht's nach Hollywood“. Nach weiteren, mehr oder weniger kleinen und großen Rollen in kleinen, wie auch großen Produktionen konnte er mit dem Erotik-Thriller „9 ½ Wochen“ seinen internationalen Durchbruch feiern. Gemeinsam mit Kim Basinger wurde er zu einem internationalen Star. (Basinger nannte ihn übrigens nach dem Dreh immer liebevoll ihren „menschlichen Aschenbecher“ – Lecker!)
Anschließend verblasste der Stern Mickey Rourke zunehmend. Keiner seiner Filme zündeten und auch Frauenherzen schlugen nur noch selten höher, wenn er in einem Film zu sehen war. Da änderte auch seine Rolle in dem Actionstreifen „Double Team“ neben Jean-Claude van Damme oder der unnötigen Fortsetzung zu „9 ½ Wochen“ „9 ½ Wochen in Paris“ nichts.
2003 war er neben Antonio Banderas und Johnny Depp in „Irgendwann in Mexiko“ zu sehen. Nach „Mann unter Feuer“, ein Jahr später“ kam er dann in der Rolle des Schlägers Marv mit der Comicverfilmung „Sin City“ in unsere Kinos, in der er – zugegeben – eine wirklich ansprechende Leistung ablieferte. Eine Rolle, wie für ihn gemacht. Niemand zweifelte daran, dass er deshalb so gut war, weil er Marv tatsächlich ist. Ein völlig kaputter Typ mit verdammt viel Wut im Bauch.
Mickey Rourke hört es im Übrigen gerne, als „James Dean der 80er Jahre“ betitelt zu werden. Doch, sind wir ehrlich, man vergleicht keine Äpfel mit Birnen. Ein Mickey Rourke mag mitunter gutes Kino gemacht haben, aber von schauspielerischen Höchstleistungen zu sprechen, wäre übertrieben. Unsere Kollegen von anderen Seiten titeln auch schon mal „Mickey Rourke – der James Dean für Anspruchslose“, dennoch: Leicht hatte es Mickey nie. Der Vater schlug ihn als Kind windelweich, er wuchs mehr auf der Strasse auf, als irgendwo sonst. Mickey Rourke war lange Zeit einfach nur wütend.
Als er dann alles zu verlieren begann (Sein Geld, seine (falschen) Freunde, seine Frau) wachte er offensichtlich auf. „Ja. Ich hatte ein aufgedunsenes Gesicht, lange Haare, einen aufgepumpten Körper und dachte: Jesus Christus, was ist aus dir geworden!“ Ihm wurde klar, das man in Hollywood nur dann Rollen bekommt, wenn man sich – zumindest etwas – anpasst. Also hing er sein Schlägerimage an den Nagel, zog nicht mehr durch Bars, feierte keine Partys in Hotels mehr und prügelte sich nicht mehr sinnlos – Es scheint, als sei Mickey Rourke erwachsen geworden.
2009 konnte sich das Blatt für den Schauspieler wenden. Für seine Leistung in "The Wrestler" wurde er mit dem Golden Globe als bester Schauspieler ausgezeichnet und auch eine OSCAR-Nominierung folgte auf dem Fuße. 2010 folgte mit "Iron Man 2" die glaubwürdige Rolle des Hauptbösewichts Ivan Vanko. Ebenfalls 2010 war er auch in "The Expendables" neben Sylvester Stallone zu sehen. Viele neue Projekte mit Mickey sind angekündigt. Ein Comeback eines Mickey Rourke.
Filmographie Mickey Rourke
- 1979: 1941 - Wo bitte geht's nach Hollywood?
- 1980: City in Fear (TV)
- 1980: Ein Akt der Liebe (TV)
- 1980: Fade to Black - Die schönen Morde des Eric Binford
- 1980: Verhängnisvolle Leidenschaft (TV)
- 1980: Das Tor zum Himmel
- 1981: Heißblütig - Kaltblütig
- 1981: Hardcase (TV)
- 1982: American Diner
- 1983: Eureke
- 1983: Rumble Fish
- 1984: Der Pate von Greenwich Village
- 1985: Im Jahr des Drachen
- 1986: 9 1/2 Wochen
- 1987: Angel Heart
- 1987: Szenen eines wüsten Lebens
- 1987: Auf den Schwingen des Todes
- 1988: Homeboy (auch Drehbuch)
- 1989: Franziskus
- 1989: Johnny Handsome - Der schöne Johnny
- 1990: Wilde Orchidee
- 1990: 24 Stunden in seiner Gewalt
- 1991: Harley Davidson and the Marlboro Man
- 1992: White Sands - Der große Deal
- 1994: The Last Outlaw - Gnadenlose Jagd (TV)
- 1994: Tiefer als Haß (auch Drehbuch)
- 1995: Fall Time - Blutiger Herbst
- 1996: Bullet - Auge um Auge (auch Drehbuch, Musik)
- 1996: Exit in Red
- 1997: Double Team
- 1997: 9 1/2 Wochen in Paris
- 1997: Der Regenmacher
- 1998: Buffalo '66
- 1998: Point Blank - Over and Out
- 1998: Dangerous Kids - Highschool der Hoffnung (TV)
- 1998: Thursday - Ein mörderischer Tag
- 1999: Cousin Joey
- 1999: Shergar
- 1999: Eine Nacht in L.A.
- 1999: Shades
- 2000: Rache eines Verurteilten
- 2000: Get Carter - Die Wahrheit tut weh
- 2001: Das Versprechen
- 2001: Crawlers
- 2001: The Follow
- 2001: Picture Claire
- 2002: Spun
- 2003: Masked and Anonymous
- 2003: Irgendwann in Mexico
- 2004: Mann unter Feuer
- 2005: Sin City
- 2005: Domino
- 2006: Stormbreaker
- 2008: The Informers
- 2009: The Wrestler
- 2009: Killshot
- 2010: 13
- 2010: Iron Man 2
- 2010: The Expendables
- 2010: Passion Play
- 2011: Krieg der Götter
- 2011: The Courier
- 2012: Black Gold (2012)
- 2012: Black November
- 2013: Java Heat
Filmpreise
Gewonnene Golden Globes:
2008: Bester Schauspieler - Drama: The Wrestler
OSCAR Nominierungen:
2008: Bester Hauptdarsteller: The Wrestler



