Dieter Hallervorden

Biographie

Dieter Hallervorden © unbekannt

Geboren am 5.9.1935 in Dessau, Sachsen-Anhalt, Deutschland Autor Thomas Ays

Dieter Hallervorden: Dieser Name steht für jahrzehntelange Unterhaltung, die Spaß gemacht hat und noch immer Spaß macht. Dieter Hallervorden: Das ist der Name einer unserer größten Kabarettisten. Ohne ihn wären wir ein gewaltiges Stück ärmer, und viele Kinder in den 70er und 80er Jahren um einiges unlustiger aufgewachsen. Ja, Dieter Hallervorden ist echtes deutsches Kulturgut: Stark, mutig, ehrlich und ein absoluter Ausbund an Kreativität.
1935 wurde Dieter als Sohn eines Flugzeugkonstrukteurs in Dessau geboren. Während die Stadt im Zweiten Weltkrieg zu 90 Prozent im Bombenhagel versank, verbrachten die Hallervordens ihr Leben in dem kleinen Städtchen Quedlinburg im Harz. Nachdem der Krieg zu Ende war, kehrte die Familie nach Dessau zurück und Dieter beendete die Grundschule als einer der besten des Landkreises. Dennoch wurde er von der SED nicht zur Oberschule zugelassen. Nur seinem Vater und dessen ungebrochener Sturheit und Entschlossenheit ist es zu verdanken, das die Entscheidung staatlicherseits rückgängig gemacht wurde und Dieter so bereits 4 Jahre später, mit nur 17 Jahren, sein Abitur machen konnte.
Anschließend begann er ein Studium an der Humboldt-Universität und jobbte einige Jahre später als Dolmetscher. Ganz klare Richtlinie: Jeder Dolmetscher hat die Fragen ausländischer Gäste nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Was hier natürlich bedeutet, dass diese konform mit dem Interesse des "Arbeiter- und Bauernstaates" zu sein hatten. Doch Dieter Hallervorden hielt sich nicht an diese Regelung und fasste einen wichtigen Entschluss: Die Flucht nach Westberlin war das einzig Wahre für ihn: In der DDR lag nicht Hallervordens Zukunft.
Im Westen angekommen führte er sein Studium fort und fügte seinen bestehenden Fächern noch Publizistik und Theaterwissenschaften hinzu. Um sich seine Ausbildung zu finanzieren, jobbte er unter anderem als Bauhilfsarbeiter und Gärtner. Auch einer Theatergruppe trat er bei. Der Wunsch auf der Bühne zu stehen wurde größer und größer. Dieters Studium war bereits schon weit fortgeschritten, als er sich bei der Max-Reinhardt-Schauspielschule vorstellte – und abgelehnt wurde, wegen Mangels an Begabung. Unglaublich, aber wahr. Doch aufgeben gehörte noch nie zu Dieter Hallervordens Eigenschaften. Er ging den Weg über die Bühnengenossenschaft und erhielt dadurch einen Ausbildungsplatz an der damals renommierten Privatschule Marlise Ludwig. Der Entschluss stand fest. Dieter Hallervorden wollte Schauspieler werden. Er brach sein Studium ab und folgte seinem Herzen.
Er gründete mit einigen seiner Kollegen das politisch-satirische Kabarett "Die Wühlmäuse", dem er noch heute vorsteht und das seit mittlerweile 40 Jahren ohne jegliche Subventionen existiert. Im Laufe der Jahre konnte sich Hallervorden so einen Namen machen. Tourneen durch einige europäische Länder folgten und bald klopften auch Fernseh -und Radiosender an. Einen Fuß hatte er schon in der Tür, als sie ihm wieder vor der Nase zugeschlagen wurde. Weil sich Hallervorden den Zensurbestrebungen der Sendeanstalten widersetzte, kam es bei der Aufzeichnung seines Kabarettprogramms anlässlich der Funkausstellung zu einem Riesenkrach. In den nächsten 5 Jahren öffnete sich diese Tür nicht wieder. Doch, aufgeben? Niemals.
Dann geschah es: Mit seinem bisher einzigen Soloprogramm „Seltsame Begegnung“ landete Hallervorden einen Riesenhit. Mit diesem Programm durchbrach er die Fernsehsperre – Seine Karriere konnte nun eine neue Bahn einschlagen.
Langsam aber sicher etablierte sich Dieter Hallervorden in der Medienbranche. Beispiel gefällig? „Nonstop Nonsens“, aus heutiger Sicht einer DER TV Comedyserie schlecht hin. Mit diesem Projekt erzielte er von 1975 bis 1980 Einschaltquoten, die heutzutage nur noch die Champions-League-Fußballspiele erreichen, wenn überhaupt. Kurz: Dieter Hallervorden erreichte einen neuen Höhepunkt in seiner Karriere und wurde zu einer echten Größe der deutschen TV-Landschaft.
Die logische Konsequenz, die daraus folgern musste, war ganz klar auch die Leinwand. Dieter Hallervorden drehte im Laufe seiner Karriere diverse erfolgreiche Kinofilme, darunter „Didi und die Rache der Enterbten“, „Didi - Der Doppelgänger“ und „Der Experte“. Doch das Fernsehen ist und bleibt DAS Medium des Entertainers. 1994 kehrte er mit „Spott-Light“ auf die Mattscheibe zurück und 1996 moderierte er „Verstehen Sie Spaß?“. 2005 war er in der SAT.1 Show „Die Comedy Falle“ mit von der Partie und bewies: Dieser Kerl ist trotz seines hohen Alters kein bisschen leise!
Ein toller Mann. Dieter Hallervorden versteht es wie kein zweiter ganze Massen vor dem Fernseher zu bannen und zu begeistern. Im September 2005 wurde unser großer „Didi“ 70 Jahre alt. Moviesection gratuliert von Herzen und wartet auf den nächsten großen Auftritt. Das nächste kleinere Wiederhören gab es 2006. Dieter Hallervorden lieh für das neue animierte Abenteuer der Gallier, "Asterix und die Wikinger", der Figur des Kryptografen seine Stimme. 2008 war er in Til Schweigers Komödie „1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“ dabei.


Filmographie Dieter Hallervorden

  • 1960: Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
  • (ungenannt)
  • 1966: Sperrbezirk
  • 1968: Das Kriminalmuseum (TV-Serie)
  • 1968: Baden-Badener Roulette (TV-Serie)
  • 1969: Mehrmals täglich (auch Drehbuch)
  • 1969: Die Hochzeitsreise
  • 1969: Eden ist fern (TV)
  • 1970: Die Kriminalerzählung (TV-Serie)
  • 1970: Das Millionenspiel (TV)
  • 1971: Von Liebe keine Rede (TV-Serie)
  • 1971: Hei-Wi-Tip-Top (TV-Serie)
  • 1971: Mr. Tingling stellt ein
  • 1972: Abramakabra (TV-Serie)
  • 1972: Tatort (TV-Serie)
  • 1972: Was?
  • 1972: Schöne Grüße von Adelheid (TV)
  • 1973: Lokaltermin (TV-Serie)
  • 1973: Mein Onkel Benjamin (TV)
  • 1973: Kara Ben Nemsi Effendi (TV)
  • 1973: The Wombles (TV-Serie)
  • 1974: Der Springteufel (TV)
  • 1975: Nonstop Nonsens (TV-Serie) (auch Drehbuch)
  • 1976: Herr S. kommt nicht zum Zuge (TV) (auch Drehbuch)
  • 1979: Disco (TV-Serie)
  • 1980: Mein Gott, Willi! (TV) (auch Drehbuch)
  • 1981: Ach du lieber Harry (auch Drehbuch)
  • 1981: Stachel im Fleisch
  • 1981: Alles im Eimer (auch Dialoge)
  • 1981: Onkel & Co (TV)
  • 1983: Der Schnüffler
  • 1983: Zelleriesalat (TV-Serie) (auch Drehbuch)
  • 1984: Didi - Der Doppelgänger (auch Drehbuch)
  • 1984: Is' was, Kanzler
  • 1985: Didi und die Rache der Enterbten (auch Regie)
  • 1985: Die Nervensäge (TV-Serie)
  • 1986: Didi auf vollen Touren (auch Drehbuch)
  • 1987: Laus im Pelz (TV) (auch Drehbuch)
  • 1988: Der Experte
  • 1989: Die Didi-Show (TV-Serie) (auch Drehbuch, Regie)
  • 1990: Bei mir liegen Sie richtig
  • 1992: Alles Lüge
  • 1994: Spott-Light (TV-Serie) (nur Idee, Regie)
  • 2000: Zebralla (TV Serie) (auch Regie)
  • 2002: Macius (TV-Serie) (nur Stimme)
  • 2005: Sesamstraße (TV-Serie)
  • 2006: Asterix und die Wikinger
  • (nur Stimme)
  • 2007: Der kleine König Macius
  • (nur Stimme)
  • 2008: Dieter Hallervorden - Mit dem Gesicht (nur Drehbuch, Sänger)
  • 2008: 1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde
  • 2009: Cosmic Quantum Ray - Willkommen in der 9. Dimension (TV-Serie)
  • 2009: La Isla bonita - Armee der Stille
  • 2010: In aller Freundschaft (TV-Serie)
  • 2011: Kissenschlacht (TV)
  • 2011: Die zertanzten Schuhe (TV)
  • 2012: Das Kind
  • 2012: Das Mädchen und der Tod