Zarah Leander †

Sara Stina Hedberg

Biographie

Zarah Leander © Kristall

Geboren am
Gestorben am:
15.3.1907
23.06.1981
in Karlstad, Schweden
Stockholm, Schweden
Autor Melanie Frommholz

Zarah Leander, neben Marlene Dietrich und Greta Garbo, eine der wenigen echten Diven der deutschen Filmbranche, wurde 1907 als Sara Stina Hedberg in Schweden geboren. Bereits von klein auf bestimmte Musik das Leben der Schwedin. Der Vater, Instrumentenbauer von Beruf, förderte das Gesangstalent seiner Tochter und so erhielt Zarah Violinen und Klavierunterricht. Unter anderem durch ihren Klavierlehrer hatte sie bereits in ihrer Kindheit Kontakt zur deutschen Kultur und Sprache. Dass sie einmal einer DER deutschen Filmstars werden würde ahnte sie zu diesem Zeitpunkt freilich noch nicht.

Nach dem Schulabschluss sang sie 1929 dem schwedischen Revuekönig Ernst Rolf vor. Dieser war von der einzigartigen dunklen Stimme der Leander begeistert und machte sie zum Star seiner Aufführungen. Auch ein Plattenvertrag ließ nicht lange auf sich warten und bis 1935 entstanden auch ihre ersten drei schwedischen Spielfilme.

1937 gelang Zarah Lenader dann der große Coup. Sie schloss mit der Ufa einen für sie sehr guten Exklusivvertrag. Im Gegenzug baute die Filmfirma die Schauspielerin zu DEM neuen deutschen Filmstar auf. Schon bald sollte sie mit der Schauspielerei mehr verdienen, als als Sängerin. Zu den bekanntesten Filmen der Schwedin gehörten unter anderem „Zu neuen Ufern“, „La Habanera“, „Es war eine rauschende Ballnacht“, „Der Weg ins Freie“ oder auch „Damals“. Auch die damalige Nazi-Regierung unter Hitler wurde auf den neuen Stern am deutschen Filmhimmel aufmerksam und versuchte sich den Erfolg der Leander zu Nutze zu machen. In wie weit Zarah Leander für die Propaganda nur benutzt wurde, oder wissentlich und aktiv für die Nazis engagiert war, könnte wohl nur sie selbst beantworten. Fest steht, dass sie ihre schwedische Staatsbürgerschaft behielt und sich nach Kriegsende als unpolitische Künstlerin bezeichnete.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges versuchte Zarah Leander nach einer Leinwandpause mit dem Streifen „Gabriela“ ein Comeback. Das Publikum feierte sie erneut, doch die Kritiker waren weniger begeistert. Die Schauspielerin drehte in den folgenden Jahren zwar weiter Filme, besann sich jedoch zunehmend auf ihre musikalischen Wurzeln. Bereits Ende der 40er Jahre war sie wieder auf Tournee durch die Schweiz und Deutschland.

1978 erlitt die Schauspielerin während einer Aufführung des Musicals "Das Lächeln einer Sommernacht" eine Hirnblutung. 1979 erklärte die Diva ihren endgültigen Rückzug von der Bühne und Leinwand und zog sich auf ihrem schwedischen Landgut zurück. Zarah Leander hatte unter Sprachstörungen zu leiden und war an den Rollstuhl gefesselt. 1981 starb die Schauspielerin an einer erneuten Gehirnblutung.

Zarah Leander war insgesamt drei Mal verheiratet. Aus ihrer ersten Ehe mit dem Schauspieler Nils Leander hat sie einen Sohn (Göran *1928) und eine Tochter (Boel *1927). Die Ehe wurde 1931 geschieden. 1932 heiratet die Schwedin erneut. Diesmal hieß der Glückliche Vidar Forsell. Der Journalist adoptierte auch ihre beiden Kinder. Mit ihm war sie bis 1946 liiert. Das dritte Mal traute sich Zarah 1956 mit dem Dirigent Arne Hülphers. Mit ihm war sie bis zu dessen Tod 1978 verheiratet.


Filmographie Zarah Leander

  • 1930: Dantes Mysterien
  • 1931: Der falsche Millionär
  • 1935: Skandal
  • 1937: Premiere
  • 1937: Zu neuen Ufern
  • 1937: La Habanera
  • 1938: Heimat
  • 1938: Der Blaufuchs
  • 1939: Es war eine rauschende Ballnacht
  • 1939: Das Lied der Wüste
  • 1940: Das Herz der Königin
  • 1941: Der Weg ins Freie
  • 1942: Die große Liebe
  • 1943: Damals
  • 1950: Gabriela
  • 1952: Cuba Cabana
  • 1953: Ave Maria
  • 1954: Bei Dir war es immer so schön
  • 1958: Jazzgossen
  • 1959: Der blaue Nachtfalter
  • 1964: Das Blaue vom Himmel
  • 1966: Das gewisse Etwas der Frauen
  • 1977: Star gegen Star
  • 1984: Heimat - Eine deutsche Chronik (TV-Serie)