Cary Grant †

Archibald Alexander Leach

Biographie

Cary Grant © Atlas

Geboren am
Gestorben am:
18.1.1904
29.11.1986
in Horfield, Bristol, England
Davenport, Iowa, USA
Autor Stefanie Rufle

Bei einem Interview wurde ihm einmal gesagt: „Jeder wäre gerne Cary Grant.“ Seine Antwort soll gelautet haben: „Das wäre ich auch gerne.“ Darin steckte vielleicht mehr Wahrheit, als man zunächst annehmen möchte, denn der Schauspieler bewegte sich ständig zwischen seiner wahren Identität – Alexander Archibald Leach – und seinem Künstler-Ego – Cary Grant – hin und her.

Geboren wurde er am 18. 01. 1904 in Bristol, England und wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Ein einschneidendes Erlebnis hatte er im Alter von neun Jahren, als er nach der Schule nach Hause kam und seine Mutter weg war. Ihm wurde gesagt, sie wäre in ein Seebad gereist. Tatsächlich war sie aber in eine Nervenheilanstalt gebracht worden, wo sie für Jahre leben sollte. Erst als er Ende zwanzig war, sah der Sohn seine Mutter wieder.

Mit 14 ging Alexander von zu Hause weg und versuchte sich als Tänzer, Sänger und Jongleur, was ihm ab 1923 erste Musicalrollen in London einbrachte. So kam er zu einem Engagement in New York und spielte einen Sommer lang in St. Louis.

Der Beginn einer großartigen Karriere war gemacht, als er einen Paramountvertrag bekam. In seinem vierten Film („Blonde Venus“) wurde er in der Hauptrolle neben Marlene Dietrich besetzt. Vor allem die Filme „She Done Him Wrong“ und „I´m NoAngel“ mit Mae West machten Grant berühmt. Aber erst Ende der 30er Jahre entwickelte er seinen besonderen Stil, der zwischen witzig und überheblich, sexy und kindlich verwirrt, locker und charmant pendelte. Er war ein umwerfender Komiker, der ein unnachahmliches Talent für Slapstick besaß, war aber auch in ernsten Rollen und Melodramen herausragend.

Von 1941 an („Suspicion“) drehte er zahlreiche Filme unter der Regie von Alfred Hitchcock. Viele der Stunt-Szenen in seinen Filmen machte Cary selbst. Ian Flemming soll den James Bond-Charakter speziell auf Cary Grant zugeschnitten haben – dieser lehnte die Rolle allerdings ab, genauso wie die des Humbert in „Lolita“. Er konnte sich das eben erlauben...Als sein Vertrag mit Paramount auslief, traf er eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Entscheidung: er schloss keinen festen Vertrag mehr ab. Die meiste Zeit seiner Karriere war es ihm möglich, sich die Studios selbst auszusuchen.

Seine Affären im privaten Bereich waren fast schon legendär. Ihm wurde zumindest eine homosexuelle Beziehung – mit seinem Kollegen Randolph Scott – nachgesagt. Die beiden teilten sich ab 1933 ein Haus und viele Studios weigerten sich, sie zu engagieren, ehe sie nicht getrennt lebten. Aber egal, ob an dieser Beziehung nun tatsächlich etwas dran war, auch dem weiblichen Geschlecht war Grant offensichtlich sehr zugetan. Er sprach von seiner Affäre mit Sophia Loren als einer der leidenschaftlichsten seines Lebens. Der Akteur war fünfmal verheiratet: mit Schauspielerin Virginia Cherrill (1934-35), mit der Millionenerbin Barbara Hutton (1942-45), mit Schauspielerin Betsy Drake (1949-62), mit Schauspielerin Dyan Cannon (1965-68) und mit Barbara Harris (1981-86). Mit Dyan Cannon hattte er eine Tochter, Jennifer, die zur Welt kam, als Grant bereits 62 war (1966).

Das Altern schien an dem Schauspieler beinahe spurlos vorüberzugehen, er konnte seinen Stand in Hollywood bis zu seinem Ruhestand mit 62 Jahren halten und spielte immer noch überzeugend den Charmeur.

Grant ließ sich nie mehr zu einem Comeback überreden. Er wurde Vorstandsmitglied der Kosmetikfirma „Fabergé“ und konnte so viel Zeit mit seiner Tochter Jennifer verbringen. 1970 erhielt er seinen einzigen Oscar, den Spezial-Oscar als Würdigung für seine außergewöhnliche Karriere. Einige der berühmtesten Schauspielerinnen, mit denen er gedreht hat sind Ginger Rogers, Deborah Kerr, Grace Kelly, Doris Day, Marilyn Monroe, Audrey Hepburn und Sophia Loren. John Cleese´s Charakter in „Ein Fisch namens Wanda“ heißt übrigens Archie Leach – nach Grant´s wirklichem Namen.

Cary Grant starb am 30. 11. 1986 in Davenport, Iowa. Seinem letzten Willen folgend wurde seine Asche über dem Pazifik verstreut.


Filmographie Cary Grant

  • 1932: Madame verliert ihr Kleid
  • 1932: Sinners In The Sun
  • 1932: Singapore Sue
  • 1932: Joan und Jerry
  • 1932: Die Frau im U-Boot
  • 1932: Blonde Venus
  • 1932: Hot Saturday
  • 1932: Madame Butterfly
  • 1933: Sie tat ihm unrecht
  • 1933: The Woman Accused
  • 1933: The Eagle And The Hawk
  • 1933: Gambling Ship
  • 1933: Ich bin kein Engel (auch Sänger)
  • 1933: Alice in Wonderland (auch Sänger)
  • 1934: Prinzessin für 30 Tage
  • 1934: Born To Be Bad
  • 1934: Tempel der Schönheit
  • 1934: Ladies Should Listen
  • 1935: Enter Madame
  • 1935: Wings In The Dark
  • 1935: Das letzte Fort
  • 1935: Sylvia Scarlett (auch Sänger)
  • 1936: The Amazing Quest Of Ernest Bliss
  • 1936: Große braune Augen
  • 1936: Suzy (auch Sänger)
  • 1936: Wedding Present
  • 1937: When You´re In Love
  • 1937: Topper – Das blonde Gespenst (auch Sänger)
  • 1937: The Toast Of New York
  • 1937: Die schreckliche Wahrheit
  • 1938: Leoparden küßt man nicht
  • (auch Sänger)
  • 1938: Die Schwester der Braut
  • 1939: Aufstand in Sidi Hakim
  • 1939: SOS – Feuer an Bord
  • 1939: Nur dem Namen nach
  • 1940: Sein Mädchen für besondere Fälle
  • 1940: Meine Lieblingsfrau (auch Musik)
  • 1940: The Howards Of Virginia (auch Musik)
  • 1940: Die Nacht vor der Hochzeit
  • 1941: Akkorde der Liebe (auch Sänger)
  • 1941: Verdacht
  • 1942: Zeuge der Anklage
  • 1942: Es waren einmal Flitterwochen
  • 1943: Mr. Lucky (auch Musik)
  • 1943: Bestimmung Tokio
  • 1944: Pinky und Curly
  • 1944: None But The Lonely Heart (auch Musik)
  • 1944: Arsen und Spitzenhäubchen
  • 1946: Tag und Nacht denk´ich an dich (auch Sänger)
  • 1946: Berüchtigt
  • 1947: So einfach ist die Liebe nicht
  • 1947: Engel sind überall
  • 1948: Nur meiner Frau zuliebe
  • 1948: Jedes Mädchen müßte heiraten
  • 1949: Ich war eine männliche Kriegsbraut
  • 1950: Hexenkessel (1950)
  • 1951: People Will Talk
  • 1952: Vater werden ist nicht schwer
  • 1952: Liebling, ich werde jünger
  • (auch Sänger)
  • 1953: Du und keine andere
  • 1955: Über den Dächern von Nizza
  • 1957: Die große Liebe meines Lebens (auch Sänger)
  • 1957: Stolz und Leidenschaft
  • 1957: Kiss Them For Me
  • 1958: Indiskret
  • 1958: Hausboot
  • 1959: Der unsichtbare Dritte
  • (auch Musik)
  • 1959: Unternehmen Petticoat
  • 1960: Vor Hausfreunden wird gewarnt
  • 1962: Ein Hauch von Nerz
  • 1963: Charade
  • 1964: Der große Wolf ruft
  • 1966: Nicht so schnell, mein Junge (auch Sänger)
  • 1974: Das gibt´s nie wieder (nur Sänger)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Indiskret
1959: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Unternehmen Petticoat
1962: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Ein Hauch von Herz
1963: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Charade

OSCAR Nominierungen:
1941: Bester Schauspieler: Akkorde der Liebe
1944: Bester Schauspieler: None but the Lonely Heart