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Audrey Hepburn †

Audrey Kathleen Ruston

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Biographie

Audrey Hepburn © 20th Century Fox

Geboren am
Gestorben am:
4.5.1929
20.01.1993
in Brüssel, Belgien
Tolochenaz. Schweiz
Autor Stefanie Rufle

Audrey Hepburn sagte einmal in einem Interview, dass sie niemals damit gerechnet hätte, mit einem Gesicht wie dem ihren berühmt zu werden. Wenn man sich die unvergleichliche Karriere dieser elfengleichen und wunderschönen Schauspielerin betrachtet, kann man über einen solchen Ausspruch wirklich nur schmunzeln. Audrey prägte einen komplett neuen Stil in einer Zeit der Sexgöttinnen wie Marilyn Monroe. Mit ihren großen, hypnotisierenden Augen, der schlanken Figur und der außergewöhnlichen Stimme hob sie sich völlig von allem bisher dagewesenen ab. Sie war zugleich anrührend, kapriziös, zerbrechlich und unglaublich stilsicher – nicht umsonst wurde sie im "People´s magazine" als einer der 50 schönsten Menschen der Welt erwähnt. Billy Wilder sagte einst über sie:
"Der liebe Gott küsste sie auf die Wange, und sie war da."

Geboren wurde sie als Audrey Kathleen Ruston in Belgien. Später sagte sie einmal, dass sie, sollte sie eine Biographie schreiben, so beginnen würde: "Ich wurde am 04. Mai 1929 in Brüssel geboren und starb sechs Wochen später." Sie hatte nämlich im Alter von sechs Wochen einen derart schlimmen Hustenanfall, dass sie blau anlief und zu ersticken drohte. Die Gebete ihrer Mutter und deren Klapse beförderten sie schließlich ins Leben zurück. Ihre Eltern, der Vater ein wohlhabender britischer Bankier, die Mutter eine holländische Baroness, führten keine sehr glückliche Ehe. 1935 verließ der Vater die Familie, worunter Audrey sehr litt. Von nun an pendelte sie ständig zwischen Arnheim, dem Wohnort ihrer Mutter und London, wo ihr Vater lebte und sie ein Mädcheninternat besuchte hin und her. Bei Kriegsausbruch holte die Mutter Audrey voller Panik nach Holland zurück, weil sie sie dort in Sicherheit wähnte. Doch die berüchtigte Schlacht von Arnheim machte diese Hoffnung zunichte. Hitlers Armee besetzte die Stadt und für Audrey brach eine schreckliche Zeit an. Sie litt an Depressionen und Unterernährung, woraus schwere körperliche Folgeerkrankungen resultierten, von denen sie sich nie wieder richtig erholen sollte. Das junge Mädchen wurde während der Besatzung im Widerstand aktiv, half verfolgten Juden und überbrachte unter Todesangst geheime Botschaften und falsche Pässe. Später sagte sie über diese Zeit: "Anne Frank und ich wurden im selben Jahr geboren, lebten im selben Land und machten denselben Krieg durch. Allerdings war sie eingesperrt und ich war frei. Die Lektüre ihres Tagebuchs war wie die Lektüre meines Lebens aus ihrer Sicht...sie beschrieb alles, was ich erlebte, so unglaublich genau – nicht nur das Äußere, sondern auch, was in einem jungen Mädchen vorging, das eine Frau zu werden begann." 1959 lehnte Audrey Hepburn eine Rolle im Film "Das Tagebuch der Anne Frank" ab, weil sie sich nicht den schmerzlichen Erinnerungen an diese Zeit aussetzen wollte. Während der Besatzung pflegte sie als 16jährige in einem holländischen Krankenhaus den verletzten Soldaten Terence Young, der in einem ihrer späteren Filme – "Warte bis es dunkel ist" (1967) – Regie führen sollte.

Nach der Befreiung begann Audrey eine klassische Ballettausbildung und ging an die "Marie Rambert´s Ballet School" in London. Zusätzlich nahm sie Schauspielunterricht. Sie arbeitete als Model und machte auf diesem Weg schnell Karriere. Audrey galt als anmutiges Model und es schien, als hätte sie ihren Platz im Leben gefunden – bis die Filmproduzenten anklopften. Sie bekam eine kleine Rolle im niederländischen Film "Die Niederlande in 7 Lektionen" (1948) und hatte ein Jahr später ihr Debut als Tänzerin in der Londoner Show "High Button Shoes". 1951 bekam die Schauspielerin ihre ersten Sprechrollen – der Filmkarriere der Audrey Hepburn stand jetzt nichts mehr im Wege. Sie begann nun, sich Richtung Amerika zu orientieren, für ihr Broadwaydebut "Gigi" hatte die Autorin der Vorlage sich Audrey für die Rolle ausgewählt. 1953 kam dann der endgültige Durchbruch – Audrey spielte in "Ein Herz und eine Krone" neben dem berühmten Gregory Peck, der schnell erkannte, dass dieses junge Ding im Begriff war, ihm die Show zu stehlen. Die Hepburn erhielt für diese Rolle den OSCAR als beste Hauptdarstellerin. Als sie bei der Verleihung ihren OSCAR von Jean Hersholt entgegennahm, küsste sie diesen in ihrer Aufregung mitten auf den Mund statt auf die Wangen. Minuten später bemerkte sie, dass sie ihre Auszeichnung verlegt hatte. Blitzschnell machte sie auf der Treppe des Center Theater in New York kehrt, rannte zurück zur Damentoilette, wo sie ihren Preis hatte stehen lassen und war anschließend bereit für die Fotografen. John F. Kennedy erklärte "Ein Herz und eine Krone" zu seinem Lieblingsfilm – kaum jemand weiß übrigens, dass Audrey zu dessen letzten Geburtstag im Jahr 1963 für ihn "Happy Birthday Mr. President" sang.

Nach "Ein Herz und eine Krone" ging es Schlag auf Schlag weiter. 1954 wurde Audrey für ihre Rolle in "Sabrina" für den OSCAR nominiert. Sie spielte neben Humphrey Bogart und William Holden – Holden verliebte sich unsterblich in die junge Schauspielerin, wohingegen Bogart angeblich eine ausgesprochene Abneigung gegen sie hegte. Er nannte sie eine lästige Anfängerin, eine Unbekannte, die sich wichtig mache, aber kein Recht dazu habe, mit ihm in einem großen Film zu erscheinen. Audrey wurde von Paramount für diese Rolle mit nur 15 000 Dollar abgespeist – Bogart bekam 300 000 Dollar! In dieses Jahr fiel auch Audreys Hochzeit mit Schauspielerkollegen Mel Ferrer. Mit ihm stand sie dann 1955 für die Tolstoi-Verfilmung "Krieg und Frieden" zusammen mit Henry Fonda vor der Kamera – angeblich, um sich von einer Fehlgeburt abzulenken. Die Schlachtszenen erinnerten sie allerdings wieder schmerzlich an die furchtbaren Kriegsjahre ihrer Kindheit. Danach drehte die Hepburn die Kommödien "Ariane – Liebe am Nachmittag" (1956) mit Gary Cooper und "Ein süßer Fratz" (1957) mit Fred Astaire. 1959 gab sie eine wirklich beeindruckende Vorstellung als Schwester Lukas in "Geschichte einer Nonne" – auch für diese Rolle wurde sie wieder für den OSCAR nominiert. Dann kamen die schicksalshaften Dreharbeiten zu "Denen man nicht vergibt" (1960). Audrey musste gegen ihren Willen auf einem Pferd reiten, stürzte, brach sich einen Rückenwirbel und erlitt ihre zweite Fehlgeburt. Am 17. Juli 1960 wurde dann aber endlich ihr sehnlichster Wunsch wahr – sie brachte den kleinen Sean H. Ferrer zur Welt.

Den Gipfel ihrer Karriere erreichte die Mimin mit "Frühstück bei Tiffany" (1961) – hierfür bekam sie erneut eine OSCAR-Nominierung. Ironischerweise fühlte sie sich in der Rolle der Holly Golightly fehlbesetzt. Schriftsteller Truman Capote hatte sich Marilyn Monroe in dieser Rolle vorgestellt. Audrey kämpfte dafür, dass das Lied "Moon River", das sie selbst sang, nicht aus dem Film herausgeschnitten wurde. Der Komponist Henry Mancini, der für "Moon River" den OSCAR erhielt, sagte, Audrey habe ihn zu dem Song inspiriert, die Melodie strahle ihre Schwermut, ihre leise Art von Traurigkeit aus. Im selben Jahr drehte die Hepburn "Infam" mit Shirley MacLaine und James Garner, 1963 dann "Charade" mit Cary Grant. Sie wäre eigentlich für die Hauptrolle in "Cleopatra" (1963) vorgesehen gewesen, wurde aber von Elizabeth Taylor ausgestochen. Im Musical "My Fair Lady" (1964) spielte Audrey als Eliza Doolittle neben Rex Harrison, der sie später als seinen liebsten weiblich Co-Star bezeichnete. Zunächst sang Audrey alle Lieder selbst, da ihre Stimme aber wohl nicht ausreichend war, wurden die Songs anschließend von Marnie Nixon synchronisiert. Der Film spielte allein in Amerika 33 Millionen Dollar und sieben OSCARs ein, von denen Audrey aber leider keinen erhielt. Danach folgten die Filme "Wie klaut man eine Million?" (1966) mit Peter O´Toole, "Zwei auf gleichem Weg" (1967) und "Warte bis es dunkel ist" (1967). Dies wurde der letzte gemeinsame Film des Ehepaars Audrey Hepburn und Mel Ferrer – die Ehe der beiden war nicht mehr zu retten, 1968 ließen sie sich scheiden.

Nach diesem packenden Film wurde es ruhiger um Audrey Hepburn, sie beschloss, sich zurückzuziehen, solange sie noch ganz oben war. Sie widmete sich verstärkt ihrem Privatleben, heiratet 1969 Dr. Andrea Dotti und bekam mit ihm zusammen am 08. Februar 1970 den Sohn Luca Dotti. Ihr wurden verschiedene Hauptrollen angeboten, die sie aber allesamt ablehnte, um sich in Ruhe ihren Söhnen widmen zu können. Laut Regisseut William Friedkin war sie die erste Wahl für die Rolle der Chris MacNeil in "Der Exorzist" (1973), die sie aber nur annehmen wollte, wenn der Film in Rom gedreht würde – was ja bekanntlich abgelehnt wurde. 1975 war die Hepburn noch einmal in einem großen Film auf der Leinwand zu sehen – sie spielte neben Sean Connery in "Robin und Marian". Nach ihrem Comeback sagte sie: "Was auch passiert, das Wichtigste ist, anmutig zu altern. Und das schafft man nicht auf dem Titelblatt eines Fanmagazins." Sie gab dann nur noch kleine Gastauftritte, aber nach 31 großartigen Filmen hatte sie ja auch schließlich das Recht, sich neuen Aufgaben zuzuwenden.

Nach ihrer Scheidung von Andrea Dotti, der sie offensichtlich mehr als einmal mit anderen Frauen betrogen hatte, traf Audrey auf ihre letze große Liebe – Robert Wolders – und fand so ihr privates Glück. 1988 wurde sie Sonderbotschafterin für UNICEF und half so Kindern in Lateinamerika und Afrika. 1993 wurde sie für diese Tätigkeit posthum mit dem "Jean Hersholt Humanitarian Award" ausgezeichnet – ihr Sohn Sean Hepburn Ferrer nahm den Preis in ihrem Namen entgegen.

Audrey Hepburn starb am 20. Januar 1993 in der Schweiz an Darmkrebs – Robert Wolders umsorgte sie bis zum Schluss. 1994 gründeten Sean Hepburn Ferrer, Luca Dotti und Robert Wolders den "Audrey Hepburn Childrens Fund" – ein würdiger Nachruf auf eine außergewöhnliche Frau!


Filmographie Audrey Hepburn

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1956: Beste Schauspielerin - Drama: Krieg und Frieden
1957: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Ariane - Liebe am Nachmittag
1959: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Die Geschichte einer Nonne
1963: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Charade
1964: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: My Fair Lady
1967: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Zwei auf gleichem Weg
1967: Beste Schauspielerin - Drama: Warte bis es dunkel ist

Gewonnene Golden Globes:
1953: Beste Schauspielerin - Drama: Ein Herz und eine Krone

OSCAR Nominierungen:
1954: Beste Schauspielerin: Sabrina
1959: Beste Schauspielerin: Tropenglut
1961: Beste Schauspielerin: Frühstück bei Tiffany
1967: Beste Schauspielerin: Warte bis es dunkel ist

Gewonnene OSCARs
1953: Beste Schauspielerin: Ein Herz und eine Krone