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Gregory Peck †

Eldred Gregory Peck

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Biographie

Gregory Peck © 20th Century Fox

Geboren am
Gestorben am:
5.4.1916
12.06.2003
in La Jolla, Kalifornien, USA
Los Angeles, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

Gregory Peck kann man mit Sicherheit als einen Star der Superlative bezeichnen. Welches Frauenherz schmolz nicht dahin beim Anblick des unglaublich attraktiven und doch so sanft wirkenden Schauspielers? Er sagte einmal: "Gregory Peck ist der heißeste Typ in der Stadt. Manch einer sagt, er wäre der zweite Gary Cooper. Tatsächlich ist er der erste Gregory Peck." Ein Ausspruch, der nur so vor Selbstbewusstsein zu strotzen scheint. Andererseits hat der Mime sein eigenes Talent nie besonders hoch eingeschätzt, er hielt im Gegenteil viele seiner Darstellungen für etwas farblos. Zu Hitchcocks "Der Fall Paradin" (1947) sagte er: "Ein unbedeutender Film über eine Gerichtsverhandlung in Old Bailey." Zu Vidors "Duell in der Sonne" (1946) war sein Kommentar:
"Als Darsteller hatte ich nicht viel zu tun. Ich ritt auf Pferden, trödelte mit Jennifer herum und erschoss den armen, alten Charley Bickford."

Ein Mann voller Widersprüche aber mit einer gesunden Prise Humor war dieser Eldred Gregory Peck, der am 05. April 1916 in La Jolla, Kalifornien geboren worden war. Er war britischer, irischer, schottischer und armenischer Herkunft. Seine früheste Filmerinnerung war, als er sich 1925, im Alter von neun Jahren während des "Phantom of the Opera" so ängstigte, dass seine Großmutter ihm erlaubte, in ihrem Bett zu schlafen. Gregory besuchte Berkeley und hielt sich nach seinem abgebrochenen Medizinstudium als Fahrer und Wachmann, als Kirmes-Schreier, als Touristenführer im Rockefeller-Center und als Dressman über Wasser. An diversen Theatern machte er durch einige Erfolge auf sich aufmerksam - Hollywood reagierte schnell. 1943 bekam Peck die Hauptrolle in Tourneurs "Days Of Glory" - der Rest ist Filmgeschichte. Gregory Peck wurde einer der heiß begehrtesten Schauspieler Hollywoods. Sein großes Glück war es wohl auch, dass andere gut aussehende Kollegen im Gegensatz zu ihm in den Krieg mussten. Starke Rückenprobleme, durch die seine Haltung immer etwas steif wirkte, bewahrten den Schauspieler vor dem Militärdienst. Sein zweiter Film "Schlüssel zum Himmelreich" (1944) brachte Peck seine erste OSCAR-Nominierung ein. Weitere Nominierungen folgten für "Die Wildnis ruft" (1946), "Tabu der Gerechten" (1947) und "Der Kommandeur" (1949). Den ersehnten OSCAR erhielt er allerdings erst 1963 für "Wer die Nachtigall stört". Damit war Peck der erste gebürtige Kalifornier, der den OSCAR als Bester Schauspieler erhielt.

Im Jahr 1942 heiratete der Schauspieler Greta Kukkonen, mit der er drei Kinder hatte. Jonathan wurde 1944 geboren (er erschoss sich im Jahr 1975), Stephen 1945 und Carey Paul 1949. Während der Zeit seiner Ehe mit Greta drehte er eine ganze Reihe namhafter Filme wie etwa Hitchcocks "Ich kämpfe um dich" (1945), "Duell in der Sonne" (1946), "Der Fall Paradin" (1947) und "Schnee am Kilimandscharo" (1952). Für den Film "David und Bathsheba"(1951) wurde er von Produzent Darryl F. Zanuck ausgewählt, weil dieser fand, Peck habe ein "biblisches Gesicht". Bei den Dreharbeiten zu "Ein Herz und eine Krone" (1953) in Italien war der Schauspieler sehr unglücklich über die Trennung von Ehefrau Greta. Was ihn aber nicht daran hinderte, sich während des Drehs in die Französin Veronique Passani zu verlieben. Nach der Scheidung von Kukkonen heiratete Gregory im Jahr 1955 Passani - die beiden blieben bis zu seinem Tod zusammen und hatten zwei gemeinsame Kinder: Tony wurde 1956 geboren, Cecilia 1958. In dieser Ehe lebte der Schauspieler quasi seine eigene Filmromanze. Ein Jahr nach seiner Hochzeit mit Veronique kam John Hustons Melville-Verfilmung "Moby Dick" (1956) in die Kinos. Pecks Darstellung des Kapitän Ahab wird wohl unvergessen bleiben. Weitere Filme folgten, unter anderem "Bravados" (1958), "Weites Land" (1958) und "Die Kanonen von Navarone" (1961). In der Originalversion von "Cape Fear" ("Ein Köder für die Bestie", 1962) spielte Peck Sam Bowden. Im Remake von 1991 ("Kap der Angst") war er Codys Rechtsanwalt. Auch im Jahr 1962 drehte der Mime seinen wohl größten Erfolg "Wer die Nachtigall stört", für den er den OSCAR erhielt. Über diese Rolle sagte er: "Ich gab alles hinein was ich hatte - alle meine Gefühle und alles, was ich in den 46 Jahren meines Lebens über Familienleben und Väter und Kinder gelernt hatte. All meine Gefühle über Rassismus, Ungleichheit und Chancengleichheit." "Wer die Nachtigall stört" war Pecks eigener Lieblingsfilm. Atticus Finch, den er in diesem Film verkörperte, wurde im Mai 2003, zwei Wochen vor Gregorys Tod vom American Film Institute zum größten Leinwandhelden aller Zeiten gewählt. Auf dem zweiten Platz landete Indiana Jones, auf Platz drei James Bond. Gregory Pecks Grabrede am 16. Juni 2003 hielt übrigens Brock Peters, der neben ihm in "Wer die Nachtigall stört" gespielt hatte. Danach drehte Peck noch mehrere sehr erfolgreiche Filme wie etwa "Die 27. Etage" (1965), "Arabeske" (1966) und "Der gefährlichste Mann der Welt" (1969), doch das Interesse am Schauspieler Gregory Peck sank ab Ende der 60er Jahre stetig. Für "Abrechnung in Gun Hill" (1971) bekam er überwiegend schlechte Kritiken, wohingegen der Okkult-Thriller "Das Omen" (1976) zumindest in kommerzieller Hinsicht ein Erfolg war - seine Rolle darin war die höchstbezahlte seiner Filmkarriere.

Der Schauspieler begann sich nun, anderen Dingen zuzuwenden. 1966 wurde er nationaler Vorsitzender der American Cancer Society, von 1967 bis 1969 war er erster Vorsitzender des American Film Institute (AFI). In dieser Funktion entschied er, die OSCAR-Zeremonie im Jahr 1968 zu verschieben, nachdem Martin Luther King ermordet worden war, mit dem er selbst schon früher marschiert war. Von 1967 bis 1970 war Peck Präsident der "Academy of Motion Picture Arts & Science", 1967 erhielt er den Jean Hersholt Humanitarian Award und war 1969 Empfänger der "Presidential Medal of Freedom", der höchsten zivilen Auszeichnung der Nation, verliehen durch Lyndon Johnson. Als bei der Chrysler-Corporation 600.000 Arbeitsplätze gefährdet waren, bot Peck sich an, unbezahlter TV-Pitchman für die Firma zu werden und so den Angestellten ihre Jobs zu erhalten. Gregory Peck spielte meistens den couragierten, noblen, heldenhaften und guten Typen, der gegen das Unrecht auf der Welt ankämpft - diesem Image wurde er auch in seinem Privatleben gerecht. Es ließen sich noch viele weitere Beispiele für sein Engagement für seine Mitmenschen nennen, so nahm er 1990 die Haushälterin und den Hund seines gerade verstorbenen Co-Stars Ava Gardner bei sich auf oder setzte sich für die Rechte der Schwulen ein, wobei er immer betonte, wie lächerlich es ihm erscheine, dass etwas so richtiges und einfaches so hart erkämpft werden müsse. Er sagte über das Bild, das andere von ihm hatten:
"Ich bin kein Wohltäter. Es macht mich verlegen, als Menschenfreund bezeichnet zu werden. Ich nehme einfach nur an Aktivitäten teil, an die ich glaube."

1989 erlebte der Schauspieler mit "Old Gringo" ein großartiges Comeback, danach drehte er unter der Regie von Norman Jewison "Das Geld anderer Leute" (1991). Sein letzter Kinofilm war "Kap der Angst" (1991), bevor er sich nach zwei TV-Produktionen endgültig aus dem Geschäft zurückzog. Gregory Peck, der auf Platz 58 der "Greatest Movie Star of all time" gewählt wurde, sagte einmal: "Man sagt, es sei interessanter, die bösen Typen zu spielen, aber das ist nicht ganz richtig - die Guten zu spielen ist die größere Herausforderung, weil es schwieriger ist, sie interessant zu machen." Seine Rollen interessant zu spielen ist ihm fast ausnahmslos gelungen. Kurz vor seinem Tod bekam er noch einmal ein Rollenangebot: Er war Warner Bros. ursprüngliche Wahl für die Rolle des Grandpa Joe in "Charlie und die Schokoladenfabrik". Peck starb allerdings, bevor er auf das Angebot antworten konnte. Im November 2005 wurde sein "Hollywood Walk of Fame"-Stern gestohlen. Am 01. Dezember wurde in einer schlichten Zeremonie ein neuer Stern enthüllt, der den alten ersetzen sollte. Bei der Enthüllung sprach Hollywoods Ehrenbürgermeister folgende Worte:
"Ladies und Gentlemen, wir sind stolz darauf, Gregory Peck auf dem Hollywood Walk of Fame zurückbegrüßen zu dürfen."


Filmographie Gregory Peck

  • 1944: Days of Glory
  • 1944: Schlüssel zum Himmelreich
  • 1945: Die Entscheidung
  • 1945: Ich kämpfe um Dich
  • 1946: Die Wildnis ruft
  • 1946: Duell in der Sonne (auch Sänger)
  • 1947: Affäre Macomber
  • 1947: Tabu der Gerechten
  • 1947: Der Fall Paradin
  • 1948: Herrin der toten Stadt
  • 1949: Nevada
  • 1949: Der Spieler
  • 1949: Der Kommandeur
  • 1950: Scharfschütze Jimmy Ringo
  • 1951: Des Königs Admiral
  • 1951: Bis zum letzten Atemzug
  • 1951: David und Bathsheba
  • 1952: Schnee am Kilimandscharo
  • 1952: Sturmfahrt nach Alaska
  • 1953: Sein größter Bluff
  • 1953: Ein Herz und eine Krone
  • 1954: Das unsichtbare Netz
  • 1954: Flammen über Fernost
  • 1956: Der Mann im grauen Flanell
  • 1956: Moby Dick
  • 1957: Warum hab ich ja gesagt?
  • 1958: Bravados
  • 1958: Weites Land (auch Produzent)
  • 1959: Mit Blut geschrieben
  • 1959: Die Krone des Lebens
  • 1959: Das letzte Ufer
  • 1961: Die Kanonen von Navarone
  • 1962: Ein Köder für die Bestie
  • 1962: Das war der wilde Westen
  • 1962: Wer die Nachtigall stört
  • 1963: Heute Abend, Dick Powell (TV-Serie)
  • 1963: Captain Newman
  • 1964: Deine Zeit ist um
  • 1965: Die 27. Etage
  • 1966: Arabeske
  • 1968: Der große Schweiger
  • 1969: Mackenna´s Gold
  • 1969: Der gefährlichste Mann der Welt
  • 1969: Verschollen im Weltraum
  • 1970: Der Sheriff
  • 1971: Abrechnung in Gun Hill
  • 1972: The Trial of the Catonsville Nine (nur Produzent)
  • 1974: Begrabt die Wölfe in der Schlucht
  • 1974: Die Weltumsegelung (nur Produzent)
  • 1976: Das Omen (1976)
  • 1977: Mac Arthur - Held des Pazifik
  • 1978: The Boys from Brazil
  • 1980: Die Seewölfe kommen
  • 1982: Die Blauen und die Grauen (TV-Serie)
  • 1983: Im Wendekreis des Kreuzes (TV)
  • 1987: Schweigende Stimmen
  • 1989: Old Gringo
  • 1991: Das Geld anderer Leute
  • 1991: Kap der Angst
  • 1993: The Portrait (TV) (auch Produzent)
  • 1998: Moby Dick (TV)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1963: Bester Schauspieler - Drama: Captain Newman
1977: Bester Schauspieler - Drama: Mac Arthur - Held des Pazifik
1978: Bester Schauspieler - Drama: The Boys from Brazil

Gewonnene Golden Globes:
1946: Bester Schauspieler: Die Wildnis ruft
1962: Bester Schauspieler - Drama: Wer die Nachtigall stört

0SCAR Nominierungen:
1945: Bester Schauspieler: Schlüssel zum Himmelreich
1946: Bester Schauspieler: Die Wildnis ruft
1947: Bester Schauspieler: Tabu der Gerechten
1949: Bester Schauspieler: Der Kommandeur

Gewonnene OSCARs:
1962: Bester Schauspieler: Wer die Nachtigall stört