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Rock Hudson †
Roy Harold Scherer Jr.
Biographie
© Universal Pictures
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Geboren am Gestorben am: |
17.11.1925 02.10.1985 |
in |
Winnetka, Illinois, USA Beverly Hills, Kalifornien, USA |
Autor | Stefanie Rufle |
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"Ich kann keinen Verlierer spielen - ich sehe einfach nicht wie einer aus."(Rock Hudson)
Wer den Namen Rock Hudson hört, sieht sofort einen blendend aussehenden Schauspieler vor sich, der immer wieder an der Seite von Doris Day in sogenannten Schlafzimmerkomödien wie "Bettgeflüster" (1959) zu sehen war und der nicht umsonst 1995 vom "Empire magazine" als einer der "100 Sexiest Stars in film history" gewählt wurde. Gleichzeitig verbindet sich mit seinem Namen das erste prominente Opfer in der US-Filmwelt, das an der Immunschwächekrankheit AIDS erkrankt und schließlich daran gestorben war.
Geboren wurde Roy Harold Scherer Jr. am 17. November 1925 in Winnetka, Illinois. Seine Eltern, ein Automechaniker und eine Telephonistin, ließen sich scheiden, als ihr Sohn acht Jahre alt war. Obwohl der kleine Roy sich sehr für Schauspiel interessierte, durfte er bei Schulaufführungen nie mitspielen, weil er sich nicht einen Vers merken konnte. Nach der Highschool - dieselbe übrigens, die Ann-Margret und Charlton Heston auch besucht hatten - wurde er Postangestellter und diente im Zweiten Weltkrieg als Flugzeugmechaniker bei der Navy. Schon als Teenager war Roy begeistert von Filmen und arbeitete als Platzanweiser im Kino. Später, während seiner Zeit als LKW-Fahrer in L. A. , hing er ständig vor den Studiotoren herum und verschickte seine Fotos an verschiedene Produzenten. Seine Größe von 1,93 m und sein gutes Aussehen verhalfen ihm schließlich zu seiner ersten Rolle beim Film. Aber zunächst einmal wurde Roys Name von Talentsucher Henry Wilson in Rock Hudson verwandelt, indem dieser den Felsen (Rock) von Gibraltar mit dem Hudson River verband. Rock musste seine Zähne überkronen lassen, nahm Schauspielunterricht und Gesangs-, Fecht- und Reitstunden. Trotz all dieser Vorbereitungen benötigte der angehende Schauspieler für eine Textzeile in seinem ersten Film "Jagdstaffel" (1948) sage und schreibe 38 Takes. Seine ersten Filme waren vornehmlich Western: "Winchester 73" (1950), "Tomahawk - Aufstand der Sioux" (1951), "Meuterei am Schlangenfluss" (1952) und Abenteuerfilme: "Der Wüstenfalke" (1950), "Ein Mann aus Stahl" (1951).
1955 heiratete Hudson Phyllis Gates, von der er sich 1958 wieder scheiden ließ. Später wurde natürlich spekuliert, dass es sich hier in Wahrheit um eine Scheinehe gehandelt habe. 1956 war das Jahr seiner ersten und einzigen OSCAR-Nominierung. Er erhielt sie für seinen wirklich großartigen Auftritt in "Giganten" (1956) neben James Dean und Liz Taylor. Hudson stellte einen Ölbaron und Gegenspieler eines Viehtreibers dar. 1958 betitelte ihn das "Look"- Magazin als "Star of the Year". Ab 1959 dann wurde der Mime immer mehr zum gefragten Komödiendarsteller. Regisseur Douglas Sirk erkannte Rocks Talent, den freundlichen und sympathischen Typen zu spielen, den perfekten Gatten, Liebhaber und Sunny-Boy. Hudson verfügte über eine gehörige Portion Humor und war äußerst vielseitig - er war mehrmals Filmpartner von Doris Day und Gina Lollobrigida. Einer seiner größten Lacherfolge war sicherlich "Ein Goldfisch an der Leine" (1964), aber auch "Ein Pyjama für zwei" (1961), "Schick mir keine Blumen" (1964) und "Ein Appartment für drei" (1965) bleiben unvergessen. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre ging die Zeit erfolgreicher Komödien mehr und mehr zu Ende und es wurde für Hudson immer schwieriger, passende Rollen zu bekommen. 1969 kam noch einmal ein wirklich erfolgreicher Film mit dem Schauspieler in die Kinos - "Die Unbesiegten" (1969) mit "Duke" John Wayne. Rock sagte dazu einmal: "John Wayne war einst die Hollywood-Legende schlechthin und ich war mit ihm auf der Leinwand. Der Kerl ist ein Engel. Er rettete mein Leben, als kein anderer Filmemacher mich kennen wollte." Weniger nett plauderte er über den Mann, der ihm angeblich das Leben gerettet hatte aus dem Nähkästchen: "Ich machte einen Film mit Duke Wayne und war sehr überrascht zu sehen, dass er kleine Füsse hatte, Einlagen in seine Schuhe machte und ein Korsett trug. Hollywood ist selten, was es vorgibt zu sein."
Nachdem die Rollenangebote immer spärlicher wurden, wechselte Hudson langsam aber sicher ins Fernsehen. Ab 1971 hatte er seine eigene, sehr populäre TV-Serie, "McMillan and Wife", in der er den Commissioner Stewart McMillan darstellte. Diese Serie lief bis 1977. Aber Rock drehte auch weiterhin ganz erfolgreiche Kinofilme wie "Die Geier warten schon" (1973), "Die Brut des Bösen" (1976) und "Avalanche" (1978). Die Produktion der Fernsehserie "The Devlin Connection" (1982) musste für ein Jahr unterbrochen werden, weil Hudson sich einer fünffachen Bypass-Operation unterziehen musste. Noch im Krankenhaus begann der Schauspieler wieder mit dem Rauchen - vielleicht mit einer der Gründe, warum er bei den Dreharbeiten zu "Der Ambassador" (1984) sehr schwach war. In der Fernsehserie "Der Denver-Clan" (1981) hatte er von 1984 bid 1985 immer wieder Gastauftritte als Daniel Reece. Zu dieser Zeit war es auch, dass das AIDS-Virus begann, den Schauspieler, der immer erfolgreich geheimgehalten hatte, dass er homosexuell war, zu zerstören. Hudson litt unter Gedächtnisstörungen, war gezwungen, Spickzettel zu benutzen, weil er seine Texte nicht behalten konnte, und er bekam Probleme beim Sprechen. Als der Mime 1985 nach Carmel, Kalifornien reiste, um seiner früheren Kollegin Doris Day zu helfen, deren Kabelserie "Doris Day´s Best Friends" (1985) in Gang zu bringen, bekamen die Medien zum ersten Mal Wind davon, dass er ernstliche gesundheitliche Probleme hatte. Sein abgemagertes Äußeres und seine offensichtliche Orientierungslosigkeit wurden zum Mittelpunkt dessen, was eigentlich eine glückliche Wiedervereinigung eines der beliebtesten Filmpaare hätte werden sollen.
"Seit Jahren schon brodelt die Gerüchteküche, aber das ist mir egal. Ich kenne viele Schwule in Hollywood und manche haben es bei mir versucht. Aber ich habe immer gesagt: 'Komm schon, du hast dir den falschen Typen ausgesucht.' Sobald sie das wissen, ist es okay." (Rock Hudson 1978 über Gerüchte zu seiner Homosexualität)
Jetzt war Rock Hudson gezwungen, der Öffentlichkeit bekanntzugeben, dass er schwul und todkrank war - er war damit die erste bedeutende öffentliche Persönlichkeit, die bekanntgab, AIDS zu haben. Hudsons weltweite Suche nach einem Heilmittel fand internationale Beachtung - was natürlich der AIDS-Forschung sehr zugute kam. Für ihn selber allerdings gab es keine Hoffnung mehr - am 02. Oktober 1985 starb Rock Hudson in Beverly Hills, Los Angeles. Seine Asche wurde auf See verstreut. Direkt nach seinem Tod stoppte die "Prudential Life Insurance Co." ihren Werbeslogan "Own A Piece Of The Rock" - viele Witze wurden nach dieser Maßnahme über Rock und den Slogan gemacht. Rocks langjähriger Freund und Lebensgefährte Marc Christian klagte auf dessen Vermögen und bekam Recht - Rock hatte angeblich nach seiner Infizierung weiterhin mit ihm Sex gehabt, ohne ihm zu sagen, dass er AIDS hatte. 1990 wurde der Schauspieler von Thomas Ian Griffith in "Rock Hudson" (1990, TV) dargestellt und 1995 von Daniel McVicar in "Liz: The Elizabeth Taylor Story" (1995, TV).
Filmographie Rock Hudson
- 1948: Jagdstaffel
- 1949: Tödlicher Sog
- 1950: One Way Street
- 1950: I Was a Shoplifter
- 1950: Verliebt, verlobt, verheiratet
- 1950: Winchester 73
- 1950: Der Wüstenfalke
- 1950: Shakedown
- 1951: Tomahawk - Aufstand der Sioux
- 1951: Air Cadet
- 1951: The Fat Man
- 1951: Sieg über das Dunkel
- 1951: Ausgezählt
- 1952: Meuterei am Schlangenfluss
- 1952: Here Come the Nelsons
- 1952: Der rote Engel
- 1952: Hat jemand meine Braut gesehen?
- 1952: Fluch der Verlorenen
- 1953: Gefährliches Blut
- 1953: Seminola
- 1953: Im Schatten des Korsen
- 1953: Das goldene Schwert
- 1953: Mit der Waffe in der Hand
- 1953: Allen Gefahren zum Trotz
- 1953: Das Höllenriff
- 1954: Taza, der Sohn des Cochise
- 1954: Die wunderbare Macht
- 1954: Gewehre für Bengali
- 1955: Wenn die Ketten brechen
- 1955: Und wäre die Liebe nicht
- 1955: Was der Himmel erlaubt
- 1956: Nur du allein
- 1956: Giganten
- 1956: In den Wind geschrieben
- 1956: Der Engel mit den blutigen Flügeln
- 1957: Flammen über Afrika
- 1957: In einem anderen Land
- 1958: Duell in den Wolken
- 1958: Hart am Wind
- 1959: Diese Erde ist mein
- 1959: Bettgeflüster
- (auch Sänger)
- 1961: El Perdido
- 1961: Happy End im September
- 1961: Ein Pyjama für zwei
- 1962: Am schwarzen Fluß
- 1963: Der Kommodore
- 1964: Ein Goldfisch an der Leine
- 1964: Schick mir keine Blumen
- 1965: Fremde Bettgesellen
- 1965: Ein Appartement für drei
- 1965: New York Expreß
- 1966: Der Mann, der zweimal lebte
- 1967: Die Kanonen von Tobruk
- 1968: Eisstation Zebra
- 1969: Ein ruhiges Paar
- 1969: Die Unbesiegten
- 1970: Darling Lili
- 1970: Das Wespennest
- 1971: Eine nach der Anderen
- 1971: McMillan and Wife (TV-Serie)
- 1973: Die Geier warten schon
- 1976: Die Brut des Bösen
- 1978: Räder (TV-Serie)
- 1978: Avalanche
- 1980: Superstunt II (TV)
- 1980: Die Marschroniken (TV-Serie)
- 1980: Mord im Spiegel
- 1981: The Star Maker (TV)
- 1981: Der Denver-Clan (TV-Serie)
- 1982: The Devlin Connection III
- 1982: Weltkrieg III (TV)
- 1982: The Devlin Connection (TV-Serie)
- 1984: Der Ambassador
- 1984: Die Haie von Las Vegas (TV)
Filmpreise
OSCAR Nominierungen:
1956: Bester Schauspieler: Giganten