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Doris Day
Doris Mary Ann Von Kappelhoff
Biographie
© Universal Pictures
| Geboren am | 3.4.1924 | in | Cincinnati, Ohio, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Doris Day ist uns bekannt als "Everybody´s Darling", als die strahlende, attraktive Blondine mir großartiger Singstimme und überschäumender Persönlichkeit. Sie war unheimlich wandlungsfähig in ihren Rollen, wobei sie sich allerdings ein etwas biederes und konservatives Image angeeignet hatte. Ihre bevorzugten Rollen waren die der treusorgenden und ordentlichen Ehefrau und Mutter. Sie wollte vor allem Fröhlichkeit ausstrahlen und sagte einmal:
"Ich will fröhlich sein; ich will am Set Spass haben; ich will schöne Kleider tragen und hübsch aussehen. Ich möchte lächeln und andere glücklich machen."
Geboren wurde sie unter dem bürgerlichen Namen Doris Mary Ann Von Kappelhoff am 03. April 1924 in Cincinnati, Ohio. Ihr Vater war ein Musiklehrer deutscher Herkunft, ihre Mutter war Kneipenwirtin - sie benannte ihre Tochter nach dem Stummfilmstar Doris Kenyon. Doris hatte zwei Brüder, Richard, der starb, bevor sie geboren wurde und Paul, der ein paar Jahre älter war als sie. Als das Mädchen acht Jahre alt war, ließen ihre Eltern sich scheiden, die Mutter bekam das Sorgerecht. Wie die meisten kleinen Mädchen tanzte Doris gern, sie träumte davon, Ballerina zu werden. Mit zwölf Jahren gewann sie zusammen mit einem Jungen namens Jerry Doherty bei einem Talentwettbewerb und durfte mit ihm nach Hollywood gehen. Als Doris mit vierzehn nach Cincinnati zurückkehrte, wurde sie in einen schweren Autounfall verwickelt, der die Träume von einer Tanzkarriere schlagartig beendete. Das muss ein schlimmer Schlag für das junge Mädchen gewesen sein. Doch im Alter von sechzehn entdeckte sie ihre Begabung fürs Singen, nahm Gesangsunterricht und fand so ihre neue Berufung. Doris begann, in verschiedenen Bands zu singen und tourte mit der Les Brown Band. Über diese Zeit sagte sie später: "Die glücklichsten Tage meines Lebens waren, als ich mit Les Brown und seiner Band umherreiste." Während dieser glücklichen Zeit lernte sie Al Jordan kennen, den sie 1941 heiratete. Al neigte allerdings zur Gewalttätigkeit und entpuppte sich als äußerst brutaler Ehemann. Zwei Jahre später, kurz nach der Geburt von Söhnchen Terry, trennten sich die beiden. 1946, nachdem sie für einige Jahre die US-Truppen im Krieg mit ihrem Gesang unterhalten hatte, heiratete Doris George Weidler. Aber auch diese Verbindung konnte nicht gerade als glücklich bezeichnet werden - die Ehe hielt nicht einmal ganz ein Jahr. Ab 1948 hatte Doris eine wöchentliche Radioshow zusammen mit dem legendären Bob Hope.
Doris Agent überredete sie, ein Test Screening bei Warner Bros. zu machen. Den Zuständigen gefiel, was sie sahen und nahmen sie unter Vertrag. Der Filmstar Doris Day war geboren. Ihre erste Hauptrolle bekam sie als Georgia Garrett in "Zaubernächte in Rio" (1948) und wurde anfangs vor allem in Musikfilmen besetzt. Im Jahr darauf folgten die Filme "Mein Traum bist Du" (1949) und "Einfach wunderbar" (1949). Zusätzlich produzierte die Day verschiedene Platten, hatte dabei aber eine ganz konkrete Einschränkung: Sie verabscheute das Fluchen. Ihre Songs durften nicht für Filme verwendet werden, in denen geflucht wurde. 1950 und 1951 drehte die Schauspielerin insgesamt acht Filme für Warner Bros., u. a. "Der Mann ihrer Träume" (1950), "Das Wiegenlied vom Broadway" (1951) und "Romanze mit Hindernissen" (1951). 1951 lernte Doris Martin Melcher kennen, der zunächst ihr Agent und dann auch ihr Ehemann wurde. Martin adoptierte Doris Sohn Terry. 1953 spielte die Mimin die Hauptrolle in "Schwere Colts in zarter Hand" (1953). Dieser Film wurde ein großer Kassenschlager und war nach Doris eigenem Bekunden ihr persönlicher Lieblingsfilm. Zum legendären Hitchcock-Film "Der Mann, der zuviel wusste" (1956) sang Doris den Titelsong "Whatever Will Be, Will Be (Que Sera, Sera) - dieses Lied ist bis heute das Markenzeichen der Schauspielerin. Ihre erste Golden Globe-Nominierung erhielt sie 1958 für "Babys auf Bestellung" (1958). Ihren vielleicht bekanntesten Film "Bettgeflüster" (1959) drehte sie mit Rock Hudson - die beiden galten damals als Traumpaar auf der Leinwand. Rock nannte seine Filmpartnerin gerne Eunice - er sagte, wenn er an sie als an Eunice dachte, brächte ihn das zum Lachen. Für "Bettgeflüster" wurde die Day 1959 für den OSCAR und den Golden Globe nominiert.
Als 1958 Doris Bruder Paul starb, begann ihr Mann und Agent sie zu drängen, Filme zu drehen, die ihr nichts bedeuteten. Das und sicherlich auch der Verlust ihres Bruders führten bei der Schauspielerin zu immer wieder auftretenden Anfällen von nervöser Erschöpfung. Doris Day begann, die Geschwindigkeit des Filmens langsam etwas herunterzufahren. Obwohl sie die 60er Jahre mit dem Filmhit "Meisterschaft im Seitensprung" (1960) und mit dem grandiosen "Mitternachtsspitzen" (1960) begann - letzterer brachte ihr eine erneute Golden Globe-Nominierung ein - waren die Zeiten der vielbeschäftigten 50er Jahre eindeutig zu Ende. Die Schauspielerin machte zwar nicht mehr so viele Filme wie zuvor, aber die waren trotzdem allesamt sehr erfolgreich. "Spiel mit mir" (1962) und "Eine zuviel im Bett" (1963) brachten ihr erneut Golden Globe-Nominierungen ein und auch Filme wie "Spion in Spitzenhöschen" (1966), "Als das Licht ausging" (1968) und "Der Mann in Mamis Bett" (1968) sind unvergessen. Die Rolle der Mrs. Robinson in "Die Reifeprüfung" (1967) lehnte die Mimin allerdings ab. Anne Bancroft bekam die Rolle und man fragt sich heute schon etwas skeptisch, wie die Day wohl als Mrs. Robinson auf das Publikum gewirkt hätte.
Als 1968 Martin Melcher starb, erklärte Doris, nicht gewusst zu haben, dass ihr Ehemann einen Millionen-Dollar-Deal mit CBS gemacht hatte, um "The Doris Day Show" in Gang zu bringen. Die Schauspielerin war bankrott und hatte Schulden von tausenden von Dollar - Martin hatte praktisch alles Geld, was sie je verdient hatte, verschwendet. Schlussendlich wurden ihr aber von Gericht 22 Millionen Dollar zugesprochen, und nach einer kurzen Trauerzeit wurde sie mit "The Doris Day Show" (1968), die bis 1973 gesendet wurde, sehr erfolgreich. Einen Kinofilm machte die Mimin allerdings nicht mehr. Nach dem Ende ihrer Serie hatte sie nur noch gelegentliche TV-Auftritte. Im Jahr 1976 heiratete Doris zum vierten Mal - die Ehe mit Barry Comden hielt bis 1981, dann ließ das Paar sich scheiden. Danach verschrieb die Vegetarierin ihr Leben voll und ganz dem Kampf gegen Tierquälerei. Hierfür wurde sie im Juni 2004 von George W. Bush mit der "Presidential Medal of Freedom" ausgezeichnet. An der Verleihungszeremonie im Weißen Haus konnte die Day allerdings wegen ihrer Flugangst nicht persönlich teilnehmen. Doris Day fand in zahlreichen berühmten Songs Erwähnung, u. a. in "Dig It" von den Beatles, "Wrap Her Up" von Elton John, "Dirty Epic" von Underworld, "We Didn´t Start The Fire" von Billy Joel und im Wham-Song "Wake Me Up Before You Go-Go". Doris Day wurde an 24. Stelle der "Greatest Movie Star of all time" von Entertainment Weekly gewählt. Außerdem bekam sie 1989 den "Cecil B. DeMille Award" und war mehrfach für den "Henrietta Award" nominiert, den sie 1958 auch gewann. Im Fernsehfilm "Rock Hudson" (1990) wird sie von Diane Behrens dargestellt. Ihr Sohn, der Plattenproduzent Terry Melcher, starb am 19. November 2004.
Heute, mit über 80 betreibt sie die "Doris Day Animal League" in Carmel, Kalifornien, die sich für gute Unterbringung und Versorgung von Haustieren einsetzt. Außerdem arbeitet sie noch immer aktiv für die "Doris Day Foundation" - eine würdige Aufgabe für "America´s sweetheart"!
Filmographie Doris Day
- 1948: Zaubernächte in Rio (auch Sängerin)
- 1949: Mein Traum bist Du (auch Sängerin)
- 1949: Einfach wunderbar (auch Sängerin)
- 1950: Der Mann ihrer Träume (1950) (auch Sängerin)
- 1950: Bezaubernde Frau (auch Sängerin)
- 1950: The West Point Story (auch Sängerin)
- 1951: Der Gefangene des Ku-Klux-Klan
- 1951: Das Wiegenlied vom Broadway (auch Sängerin)
- 1951: Romanze mit Hindernissen (auch Sängerin)
- 1951: In all meinen Träumen bist Du (auch Sängerin)
- 1952: The Winning Team (auch Sängerin)
- 1952: April in Paris (auch Sängerin)
- 1953: Heiratet Marjorie? (auch Sängerin)
- 1953: So You Want a Television Set (auch Sängerin)
- 1953: Schwere Colts in zarter Hand (auch Sängerin)
- 1954: Das blonde Glück (auch Sängerin)
- 1954: Man soll nicht mit der Liebe spielen (auch Sängerin)
- 1955: Tyrannische Liebe (auch Sängerin)
- 1956: Der Mann, der zuviel wusste
- (auch Sängerin)
- 1956: Mord in den Wolken (auch Sängerin)
- 1957: Picknick im Pyjama (auch Sängerin)
- 1958: Reporter der Liebe (auch Sängerin)
- 1958: Babys auf Bestellung (auch Sängerin)
- 1959: Mit mir nicht, meine Herren
- 1959: Bettgeflüster
- (auch Sängerin)
- 1960: Meisterschaft im Seitensprung (auch Sängerin)
- 1960: Mitternachtsspitzen
- 1961: Ein Pyjama für zwei
- (auch Sängerin)
- 1962: Ein Hauch von Nerz
- 1962: Spiel mit mir
- 1963: Was diese Frau so alles treibt
- 1963: Eine zuviel im Bett (auch Sängerin)
- 1964: Schick mir keine Blumen (auch Sängerin)
- 1965: Bitte nicht stören!
- 1966: Spion in Spitzenhöschen
- (auch Sängerin)
- 1967: Das Teufelsweib von Texas
- 1967: Caprice (auch Sängerin)
- 1968: Als das Licht ausging...
- 1968: Der Mann in Mammis Bett
- 1968: The Doris Day Show (TV-Serie) (auch Ex.Produzent)
- 1970: The Governor & J.J. (TV) (nur Stimme)
- 1976: Hollywood, Hollywood (nur Sängerin)
- 1983: Death and Transfiguration (nur Sängerin)
- 1984: Before Stonewall (nur Sängerin)
- 1984: Un, dos, tres... responda otra vez (TV-Serie) (nur Sängerin)
- 1989: Neujahr in New York (nur Sängerin)
- 1989: Liebe, Streß und Fieberkurven (nur Sängerin)
- 1990: Havanna
- (nur Sängerin)
- 1992: Am Ende eines langen Tages (nur Sängerin)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1958: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Babys auf Bestellung
1959: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Bettgeflüster
1960: Beste Schauspielerin - Drama: Mitternachtsspitzen
1962: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Spiel mit mir
1963: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Eine zuviel im Bett
OSCAR Nominierungen:
1959: Beste Hauptdarstellerin: Bettgeflüster