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Humphrey Bogart †
Humphrey DeForest Bogart
Biographie
© unbekannt
|
Geboren am Gestorben am: |
25.12.1899 14.01.1957 |
in |
New York, New York, USA Los Angeles, Kalifornien, USA |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Wenn man den Namen Humphrey Bogart hört, drängt sich einem unwillkürlich das Bild eines finster dreinblickenden Mannes in Trenchcoat und Hut mit einer Zigarette im Mundwinkel auf, der zu einer wunderschönen Frau den legendären Satz "Ich seh´ Dir in die Augen, Kleines." sagt. Auch wenn diese Szene aus "Casablanca" (1942) ganz sicher schon Einzug in die Filmgeschichte gehalten hat, ist der große Schauspieler Humphrey Bogart doch noch so viel mehr, als der zynische Nachtclubbesitzer Rick. Er zählt zu den großen Filmlegenden Hollywoods, sagte selbst aber einst über sich:
"Ich machte mehr lausige Filme, als jeder Star in der Geschichte."
Eigentlich sollte der am 23. Januar 1899 in New York City geborene Humphrey De Forest Bogart ja Medizin in Yale studieren, wurde aber aus dem Vorbereitungskurs ausgeschlossen. Es folgten zwei Jahre beim Militär und anschließend hielt Humphrey sich mit diversen Jobs über Wasser. Dann knüpfte er über einen Freund den Kontakt zum Theaterproduzenten William Brady sen., der ihn zunächst alle möglichen Arbeiten hinter der Bühne verrichten ließ. 1920 durfte Bogie mit dem Stück "Experience" den Sprung auf die "Bretter, die die Welt bedeuten" wagen. Die Karriere des jungen Mimen kam ins Rollen, er lernte immer mehr dazu, vor allem von seinen weiblichen Bühnenpartnerinnen konnte er sich so einiges abschauen. Als ein Talentsucher der Fox Studios auf Bogart aufmerksam wurde, wurde er für sechs Filme unter Vertrag genommen. Diese Filme waren aber nicht so ganz das, was der Schauspieler sich vorgestellt hatte, er pendelte deshalb anfangs ständig zwischen Hollywood und der Bühne hin und her. So wurde dann auch eine Bühnenrolle - die des erbarmungslosen Gangsters Duke Nantee im Theaterstück "Der versteinerte Wald" aus dem Jahr 1935 - zur Schlüsselfigur für einen Film. Archie Mayo drehte 1936 unter dem gleichnamigen Titel einen Film und wollte Humphrey als Hauptdarsteller. Der machte seine Sache so gut, dass er für die nächsten fünf Jahre auf die Rolle des Bösewichts und aufsässigen Rebellen festgelegt blieb. "Wem gehört die Stadt" (1936), "Zwei gegen die Welt" (1936), "Geheimbund Schwarze Legion" (1936), "Kid Galahad" (1937), "San Quentin" (1937) und "Sackgasse" (1937) sind nur ein paar Beispiele dafür. Mit dem Western "Entscheidung in der Sierra" (1940) bekam Bogie eine seiner besten Leinwandrollen angeboten. Er spielte einen entflohenen Killer und brach damit mit dem bis dahin üblichen Klischee des ausschließlich bösen Außenseiters. Dieser Streifen brachte Humphrey Bogart Starruhm ein. Auch in John Hustons Meisterwerk "Die Spur des Falken" (1941) spielte der Mime wieder den unbeirrbaren, von seinen Idealen beseelten Einzelgänger und mit "Casablanca" (1942) war dann sein Aufstieg in die Welt der Hollywood-Stars besiegelt. Für die Rolle des zynischen Rick wurde Bogart zum ersten Mal für den OSCAR nominiert, der Film selber gewann drei OSCARs in den Kategorien bester Film, bestes Drehbuch und beste Regie. Seine Filmpartnerin Ingrid Bergman und er sprachen angeblich außerhalb des Sets kein Wort miteinander, sie sagte später: "Ich küsste ihn, aber ich kannte ihn nie."
Auf "Casablanca" folgte ein erfolgreicher Film nach dem anderen, so z. B. "Einsatz im Nordatlantik" (1943) und "Sahara" (1943) - dieser der erste Streifen, den er mit seiner großen Liebe Lauren Bacall drehte. Bogie war zuvor schon dreimal mit Schauspielerinnen verheiratet gewesen, doch mit Bacall, die er 1945 heiratete und mit der er zwei Kinder hatte, sollte er bis zu seinem Tod zusammenbleiben. Nach "Tote schlafen fest" (1946) und "Das unbekannte Gesicht" (1947), beide mit Ehefrau Lauren, spielte Humphrey in John Hustons "Der Schatz der Sierra Madre" (1947), ein großartiger Film, für den Huston seinen zweiten OSCAR erhielt. Eine meisterhafte Leistung lieferte der Mime neben Katherine Hepburn in "African Queen" (1951) - nicht ohne Grund erhielt er den OSCAR als bester Schauspieler! Eine weitere Nominierung folgte für "Die Caine war ihr Schicksal" (1954), dass er die Auszeichnung nicht erhielt, ändert nichts an der Tatsache, dass er auch hier wieder bewies, welch großartiger Schauspieler er war. Auch die Filme "Sabrina" (1954), "Wir sind keine Engel" (1955), "Die linke Hand Gottes" (1955) und "An einem Tag wie jeder andere" (1955) waren Kassenschlager. Bogies letzter Leinwandauftritt war in "Schmutziger Lorbeer" (1956), der Star war bereits von seiner schweren Krebserkrankung gezeichnet. Obwohl er schon seit Jahren wusste, dass er ernsthaft krank war, ging er erst 1956 zum Arzt, der Kehlkopfkrebs diagnostizierte. Kurz vor seinem 57. Geburtstag fiel der weltberühmte Schauspieler ins Koma und starb am 14. Januar 1957.
Bogart, der auf Platz 1 der Liste der größten Leinwandlegenden des American Film Institute rangiert, erhielt alle Rollen, die ihn zum Star gemacht hatten nur deshalb, weil George Raft diese abgelehnt hatte. Obwohl er in der ersten Hälfte seiner Karriere immer im Schatten von Raft gestanden hatte, ist er heute viel bekannter und wird auch als der bessere Schauspieler bezeichnet. Seine Einstellung zu seinem Publikum fasste er einmal in folgende Worte:
"Das einzige, was du der Öffentlichkeit schuldest, ist ein guter Auftritt."
Filmographie Humphrey Bogart
- 1930: A Devil with Women
- 1930: Up the River
- 1931: Body and Soul
- 1931: The Bad Sister
- 1931: Tod und Teufel
- 1932: Big City Blues
- 1932: Love Affair
- 1932: Three on a Match
- 1934: Midnight
- 1936: China Clipper
- 1936: Der versteinerte Wald
- 1936: Isle of Fury
- 1936: Wem gehört die Stadt?
- 1936: Zwei gegen die Welt
- 1937: Black Legion (auc Sänger)
- 1937: Flucht aus San Quentin
- 1937: Kid Galahad
- 1937: Mord im Nachtclub
- 1937: Mr. Dodd geht nach Hollywood
- 1937: Ordnung ist das halbe Leben
- 1937: Sackgasse
- 1938: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern
- 1938: Das Doppelleben des Dr. Clitterhouse
- 1938: Men Are Such Fools
- 1938: Schule des Verbrechens
- 1938: Swing Your Lady
- 1938: Racket Busters
- 1939: Das Zweite Leben des Dr. X
- 1939: Die Wilden Zwanziger
- 1939: King of the Underworld
- 1939: Oklahoma Kid
- 1939: Opfer einer großen Liebe
- 1939: You Can't Get Away with Murder
- 1939: Zwölf Monate Bewährungsfrist
- 1940: Ein Nachtclub für Sarah Jane (auch Sänger)
- 1940: Goldschmuggel nach Virginia
- 1940: Orchid, der Gangsterbruder
- 1940: Sie fuhren bei Nacht
- 1941: Die Spur des Falken
- 1941: Agenten der Nacht
- 1941: Entscheidung in der Sierra
- 1941: Von Stadt zu Stadt
- 1942: Abenteuer in Panama
- 1942: Casablanca
- (auch Sänger)
- 1942: Der große Gangster
- 1942: Ich will mein Leben leben
- 1943: Einsatz im Nordatlantik
- 1943: Sahara
- 1944: Fahrkarte nach Marseille
- 1944: Haben und Nichthaben
- 1945: Tatort Springfield
- 1946: Tote schlafen fest
- 1947: Das unbekannte Gesicht
- 1947: Die zweite Mrs. Carroll
- 1947: Späte Sühne
- 1948: Der Schatz der Sierra Madre
- 1948: Gangster in Key Largo
- 1949: Stadt unter Anklage
- 1949: Tokio-Joe
- 1950: Des Teufels Pilot
- 1950: Ein einsamer Ort
- 1951: African Queen
- 1951: Der Tiger
- 1951: Sirocco - Zwischen Kairo und Damaskus
- 1952: Die Maske runter
- 1953: Arzt im Fegefeuer
- 1953: Schach dem Teufel (auch Produzent)
- 1953: The Jack Benny Program (TV-Serie)
- 1954: Die barfüssige Gräfin
- 1954: Die Caine war ihr Schicksal
- 1954: Sabrina (1954)
- (auch Sänger)
- 1955: Producers' Showcase (TV-Serie)
- 1955: An einem Tag wie jeder andere
- 1955: Die linke Hand Gottes (auch Sänger)
- 1955: Wir sind keine Engel
- 1956: Schmutziger Lorbeer
Filmpreise
OSCAR Nominierungen:
1943: Bester Schauspieler: Casablanca
1954: Bester Schauspieler: Die Caine war ihr Schicksal
Gewonnene OSCARs:
1951: Bester Schauspieler: African Queen