Steve McQueen †

Terence Steven McQueen

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Biographie

Steve McQueen © Highlight

Geboren am
Gestorben am:
24.3.1930
07.11.1980
in Beech Grove, Indiana, USA
Juárez, Mexiko
Autor Stefanie Rufle

Über Steve McQueen lässt sich so manche Geschichte erzählen, aber eines ist sicher - an Selbstbewusstsein hat es dem legendären Schauspieler nicht gemangelt. Nach dem großen Erfolg seines Films "Flammendes Inferno" (1974), kündigte er an, dass in Zukunft jeder Produzent, der ihn besetzen wolle, zusammen mit dem Drehbuch einen Scheck von 1,5 Millionen Dollar zu schicken habe. Wäre McQueen bereit, den Film zu machen, schulde ihm der Produzent nochmals 1,5 Millionen. Bescheidenheit war nicht unbedingt eine Tugend des Superstars, aber der Erfolg gab ihm recht. Beim Anblick von Steve McQueen, der nicht von ungefähr auf Platz 19 der 100 Sexiest Stars in film history des "Empire magazine" steht, wird auch heute noch so manche Frau schwach.

Seine ersten Lebensjahre waren allerdings alles andere als leicht. Geboren wurde er am 24. März 1930 in Beech Grove, Indiana als Terence Steven McQueen. Schon früh in seiner Kindheit erfuhr er, was Überlebenskampf bedeutet. Er wurde von seinem Vater verstoßen und verbrachte seine Jugend im Internat. In der neunten Klasse flog der Teenager von der Schule und ging mit siebzehn zum United States Marine Corps. Dort arbeitete er als Tankerfahrer und Mechaniker. Nach seiner Zeit bei den Marines hatte Steve ständig wechselnde Jobs, u. a. arbeitete er in einer Werkstatt, in der eines Tages James Dean mit Martin Landau auftauchte, um sein Motorrad reparieren zu lassen. Als McQueen zum ersten Mal offiziell auf Landau traf und ihm sagte, dass er ihn schon einmal getroffen habe, konnte sich dieser natürlich nicht mehr an den kleinen Mechaniker von einst erinnern. 1952 trat der junge McQueen dem "New York´s Neighborhood Playhouse" bei und studierte bei Uta Hagen und Herbert Berghof Schauspielerei. Von den 2000 Kandidaten, die 1955 bei Lee Strasbergs exklusivem Actor´s Studio vorsprachen, wurden nur zwei angenommen: Steve McQueen und Martin Landau. Schon 1955 kam für McQueen der Durchbruch als Theaterschauspieler, als er Ben Gazzara im Broadway Stück "A Hatful of Rain" ersetzte. Ein Jahr später dann hatte er sein Leinwanddebut. Er spielte eine Nebenrolle im Robert Wise-Film "Die Hölle ist in mir" (1956) neben Paul Newman. Im selben Jahr heiratete Steve Neile Adams, mit der er zwei Kinder hatte, eines davon Chad McQueen, der später auch Schauspieler wurde. Seine erste Hauptrolle bekam er dann endlich 1958 im Science-Fiction-Klassiker "Blob - Schrecken ohne Namen" (1958). Seine Rolle in "Barfuß in die Ewigkeit" (1959) neben Frank Sinatra, sollte eigentlich Sammy Davis Jr. bekommen. Als dieser aber in einem Radio-Interview behauptete, er sei ein größerer Sänger als Sinatra, verlangte Frankie-Boy, ihn aus dem Cast zu streichen. Ein kleiner Streit mit großen Folgen für McQueen!

Der wirkliche Durchbruch kam für den Schauspieler mit dem Western "Die glorreichen Sieben" (1960) von John Sturges. Der Film basierte auf Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" und war ein durchschlagender Erfolg. McQueens Mitstreiter in dem Western waren Yul Brynner, Charles Bronson, Robert Vaughn, Brad Dexter, James Coburn und Horst Buchholz, dessen Rolle des Chico Steve eigentlich gern bekommen hätte. Nach "Die glorreichen Sieben" drehte der Mime einen erfolgreichen Film nach dem anderen. Besonders erwähnenswert ist sicherlich das Kriegsdrama "Gesprengte Ketten" (1962), in dem er zum zweiten Mal mit James Coburn und Charles Bronson vor der Kamera stand, wieder in einem John Sturges-Film. Fast wäre das Projekt allerdings geplatzt, als McQueen kurzerhand die Dreharbeiten verließ, weil seine Rolle nicht so war, wie er sich das vorgestellt hatte. James Garner und James Coburn konnten Steve schließlich davon überzeugen, weiterzumachen. Glücklicherweise, wie man heute nur sagen kann, denn "Gesprengte Ketten" wurde Steve McQueens bekanntester Film. Er machte fast alle Stunts in seinen Filmen selber, so auch hier, wo alle Motorradstunts von ihm sind. Es folgten "Die Lady und der Tramp" (1965), "Cincinnati Kid" (1965) mit Edward G. Robinson und Karl Malden und "Nevada Smith" (1966). Steve McQueen war jetzt wer in Hollywood! Dieser Mann musste es einfach zu etwas bringen, sagte er doch einmal: "Wenn ich an etwas glaube, kämpfe ich wie ein Besessener dafür." Für seine Leistung in "Kanonenboot am Yangtse-Kiang" (1966) erhielt der Schauspieler eine OSCAR-Nominierung als bester Schauspieler. Ein wahrer Geniestreich war "Thomas Crown ist nicht zu fassen" (1968) mit Faye Dunaway. 1968 spielte er in Peter Yates´"Bullitt" (1968) den Lt. Frank Bullitt - seine persönliche Lieblingsrolle. Im Film "SWAT" hat Jim Street (Colin Farrell) ein Poster von "Bullitt" in seinem Appartment hängen. Farrell bezeichnet McQueen als eines seiner Idole, das großen Einfluss auf ihn als Schauspieler habe. Steve spielte in "Bullitt" neben Robert Vaughn und Jaqueline Bisset - er war jetzt ein Superstar.

So gut wie alle Filme, die folgten, waren Box-Office-Hits. 1969 sollte er neben Paul Newman eine Titelrolle in "Butch Cassidy and the Sundance Kid" (1969) bekommen, verließ aber wegen Meinungsverschiedenheiten das Projekt. Offensichtlich konnte er sich das leisten. "Berühmtheit ist gleichbedeutend mit Freiheit. Das ist der einzige Ausgleich, der zählt." so sagte der Mime einmal. Obwohl Steve McQueen der bestbezahlte Star der 60er Jahre war, hatte er den Ruf, knickrig zu sein. Er verlangte manchmal bei Dreharbeiten nach zehn Rasierapparaten und Dutzenden von Jeans. Später fand man heraus, dass er die Sachen der "Boys Republic" hatte zukommen lassen - einer Privatschule für Jugendliche, die in Schwierigkeiten geraten waren und wo er selbst früher einige Jahre zugebracht hatte. McQueen pflegte sein Image als wortkarger und introvertierter Antiheld, Filme wie "Le Mans" (1971), "Getaway" (1972) und "Papillon" (1973) taten ihr Übriges dazu. Bei den Dreharbeiten zu "Getaway" lernte er Ali MacGraw kennen und lieben. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau heirateten die beiden 1973 - die Ehe hielt fünf Jahre. 1974 drehte der Mime den Katastrophenfilm "Flammendes Inferno" (1974) mit Schauspielerkollegen Paul Newman. Das Originalskript hatte für McQueens Rolle mehr Text vorgesehen als für die von Newman. Steve bestand darauf, Pauls Text seinem anzupassen. Er war überzeugt, talentierter als sein Kollege zu sein und wollte die Maßstäbe für die Kritiker möglichst gleichsetzen. Nach diesem Streifen nahm McQueen eine lange Pause von der Leinwand, um 1978, kaum wiederzuerkennen, mit Vollbart und dem mäßig erfolgreichen Film "Ein Feind des Volkes" (1978) wieder aufzutauchen.

Am 22. 12. 1979 wurde bei Steve McQueen eine inoperable Form von Lungenkrebs diagnostiziert, die nach Kontakt mit Asbest vorkommt. Obwohl McQueen starker Raucher war, hatte er den Lungenkrebs vermutlich aus seiner Zeit bei den Marines oder als Rennfahrer, wo er immer wieder mit Asbest in Berührung gekommen war. Nach der vernichtenden Diagnose unterzog er sich einer kontrovers diskutierten Therapie in Mexiko, die in den USA bis heute verboten ist. Es gelang dem Schauspieler, seine tödliche Krankheit bis fast einen Monat vor seinem Tod vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten. Er drehte noch die Filme "Jeder Kopf hat seinen Preis" (1980) und den melancholischen Spät-Western "Ich, Tom Horn" (1980). Kurz vor den Dreharbeiten zu diesem Film hörte er gar mit dem Rauchen auf. Am 16. 01. 1980 heiratete er Barbara Minty, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb. Steve McQueen, einer der beliebtesten Schauspieler seiner Generation starb am 07. November 1980 im Alter von nur 50 Jahren an einem zweifachen Herzinfarkt, nur 24 Stunden nachdem ihm erfolgreich Tumore aus dem Magen entfernt worden waren. Seine Asche wurde über dem Pazifik verstreut. McQueen war der erste der "Glorreichen Sieben", der starb - Yul Brynner starb übrigens wie er an Lungenkrebs. Steve McQueen, der von verschiedenen Magazinen als "Greatest Movie Star of all time" gewählt wurde, hatte allerdings nur zwei Auftritte bei OSCAR-Verleihungen und auch dort nur als Presenter: 1964 und 1965 überreichte er jeweils den OSCAR für den Besten Ton. Seine letzten Worte auf der Leinwand in "Jeder Kopf hat seinen Preis" waren: "God bless you". Steves Traum war es, den John Rambo in "First Blood" zu spielen. Er war auch für die Titelrolle vorgeschlagen, die er leider nicht mehr spielen konnte - stattdessen wurde Sylvester Stallone "Rambo". Die Idee zum Film "The Bodyguard" kam von McQueen, wurde aber für 16 lange Jahre vergessen, bis sie 1992 von Kevin Costner wiederbelebt wurde. Steve, der selber Motorräder und schnelle Autos geliebt hatte, erlebte 1997 nochmals eine "Auferstehung" in einem Werbespot der Autofirma Ford. Szenen aus "Bullitt" wurden so in den Spot einkopiert, dass der Eindruck entstand, er würde den neuen Ford-Puma fahren.

Mit Steve McQueen, der für seine wilden Mätzchen und seinen verrückten Lebensstil bekannt war, starb sicherlich einer der streitbarsten und respektlosesten Geister Hollywoods. Abschließend sei ein Zitat von ihm selber genannt:
"Ich bin mir nicht sicher, ob schauspielern etwas ist, was ein erwachsener Mann tun sollte."


Filmographie Steve McQueen

  • 1953: Girl on the Run
  • 1955: Goodyear Television Playhouse (TV-Serie)
  • 1956: The United States Steel Hour (TV-Serie)
  • 1956: Die Hölle ist in mir
  • 1957: Studio One (TV-Serie)
  • 1957: West Point (TV-Serie)
  • 1957: The 20th Century-Fox Hour (TV-Serie)
  • 1958: Passport to Danger (TV-Serie)
  • 1958: Climax! (TV-Serie)
  • 1958: Tales of Wells Fargo (TV-Serie)
  • 1958: Trackdown (TV-Serie)
  • 1958: Der Gangsterkönig von New York
  • 1958: Blob, Schrecken ohne Namen
  • 1959: The Great St. Louis Bank Robbery
  • 1959: Barfuß in die Ewigkeit
  • 1960: Alfred Hitchcock Presents (TV-Serie)
  • 1960: Die glorreichen Sieben
  • 1961: Der Kopfgeldjäger (TV-Serie)
  • 1961: Die Heiratsmaschine
  • 1962: Die ins Gras beißen
  • 1962: Wir alle sind verdammt
  • 1963: The Dick Powell Show (TV-Serie)
  • 1963: Gesprengte Ketten
  • 1963: Soldier in the Rain
  • 1963: Verliebt in einen Fremden
  • 1965: Die Lady und der Tramp (auch Sänger)
  • 1965: Cincinnati Kid
  • 1966: Nevada Smith
  • 1966: Kanonenboot am Yangtse-Kiang
  • 1968: Thomas Crown ist nicht zu fassen
  • 1968: Bullitt
  • 1969: Der Gauner
  • 1971: Le Mans
  • 1971: Teufelskerle auf heißen Feuerstühlen (nur Produzent)
  • 1972: Junior Bonner
  • 1972: Getaway
  • 1973: Papillon
  • 1974: Flammendes Inferno
  • 1976: Dynamite Trio
  • 1978: Ein Feind des Volkes (auch Ex.Produzent)
  • 1980: Ich, Tom Horn (auch Ex.Produzent)
  • 1980: Jeder Kopf hat seinen Preis

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1963: Bester Schauspieler - Drama: Verliebt in einen Fremden
1966: Bester Schauspieler - Drama: Kanonenboot am Yangtse-Kiang
1969: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: Der Gauner
1973: Bester Schauspieler - Drama: Papillon

OSCAR Nominierungen:
1966: Bester Schauspieler: Kanonenboot am Yangtse-Kiang