Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 16.2.
- Der Ruf der Wale
- 16.2.
- Extrem laut und unglaublich...
- 16.2.
- Gefährten
- 16.2.
- Yoko
- 23.2.
- Ghost Rider: Spirit of Ven...
- 23.2.
- Glück
- 23.2.
- In the Land of Blood and...
- 23.2.
- Safe House
- 23.2.
- Young Adult
- Zu den Kinostarts
Moviesection.de unterstützt PETA
Bruno Ganz
Biographie
© Constantin Film
| Geboren am | 22.3.1941 | in | Zürich-Seebach, Schweiz | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Trotz der vielen großartigen Erfolge und Auszeichnungen, die den Schauspieler Bruno Ganz ausmachen, wird er seit Oliver Hirschbiegels Kinodrama "Der Untergang" (2004) oft nur noch auf seine Darstellung des Adolf Hitler reduziert. Damit wird man dem Mimen allerdings kaum gerecht, gehört er doch schon seit Jahrzehnten zu den größten Bühnen- und Filmschauspielern des deutschsprachigen Raums. Als er im Alter von nur 19 Jahren im Film "Der Herr mit der schwarzen Melone" (1960) neben dem großen Gustav Knuth spielte, erkannte dieser schon damals die Begabung des jungen Ganz und sagte: "Das ist ein hochtalentierter Bursche."
Geboren wurde Bruno Ganz am 22. März 1941 als Sohn eines Schweizers und einer Italienerin in Zürich-Seebach. Kurz vor dem Abitur verließ Bruno die Schule, weil er Schauspieler werden wollte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris begann er eine Schauspielausbildung am Zürcher Bühnenstudio. Sein Filmdebut hatte der junge Schauspieler in Karl Suters "Der Herr mit der schwarzen Melone" (1960). Danach spielte er zunächst in einigen Schweizer Kinoproduktionen mit, bis er im Jahr 1962 sein erstes Bühnenengagement am Jungen Theater in Göttingen erhielt. Auch Götz George hatte in dieser Talentschmiede Heinz Hilperts seine Karriere begonnen. 1964 wechselte Ganz zum Bremer Ensemble, dem er bis 1969 angehörte und wo er mit Regisseuren wie Kurt Hübner, Peter Zadek und Peter Stein arbeitete. Die Zusammenarbeit mit Stein sollte sich als äußerst fruchtbar erweisen und den Jungschauspieler an die größten Bühnen des deutschsprachigen Raums führen. Er spielte in Zürich, Bremen, München und kam schließlich zum Theater am Halleschen Ufer in Berlin. Von 1971 bis 1975 gehörte Bruno Ganz zu den herausragenden Schauspielern des Ensembles. Das Theater avancierte während dieser Zeit zum Mittelpunkt der europäischen Theaterszene. 1973 wurde Ganz von der Zeitschrift "theater heute" zum beeindruckendsten Darsteller des Jahres gewählt. Trotz des großartigen Erfolgs verließ der Schauspieler 1975 das Ensemble, um sich verstärkt dem Film zu widmen. Seither wirkt er nur noch in ausgewählten Theaterinszenierungen mit und arbeitet überwiegend als Filmschauspieler.
Bruno Ganz spielte in legendären Filmen wie in Eric Rohmers "Die Marquise von O." (1976), Wim Wenders "Der amerikanische Freund" (1977), Reinhard Hauffs "Messer im Kopf" (1978), Werner Herzogs "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1979) - neben Klaus Kinski und Isabella Adjani, Volker Schlöndorffs "Die Fälschung" (1981), Wim Wenders "Der Himmel über Berlin" (1987) und Thea Angelopoulos "Die Ewigkeit und ein Tag" (1989), der 1989 mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet wurde. 1982 kehrte der vielseitige Charakterdarsteller an die Berliner Bühne zurück, um die Titelrolle in Michael Grübners Inszenierung von Shakespeares "Hamlet" zu übernehmen. 1985 spielte er auf der Salzburger Bühne in der Tragödie "Der gefesselte Prometheus". 1991 erhielt Ganz den Hans-Reinhard-Ring der Schweizer Gesellschaft für Theaterkultur und 1996 folgte die höchste Auszeichnung für deutschsprachige Schauspieler, der Iffland-Ring, den der jeweilige Träger auf Lebenszeit behält. Weitere Auszeichnungen folgten: 1998 der Bremer Filmpreis, 1999 der Adolf-Grimme-Preis und 2000 der Europäische Filmpreis. Für seine unvergessene Darstellung des finnischen Kellners in Silvio Soldinis "Brot und Tulpen" (2000) erhielt Bruno Ganz sowohl den italienischen wie auch den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller.
Im selben Jahr spielte er die Titelrolle in der 13-stündigen Peter Stein Inszenierung von Goethes "Faust". Eine der größten schauspielerischen Herausforderungen war aber mit Sicherheit die Rolle des Adolf Hitler im Kinodrama "Der Untergang" (2004), der neben vielen anderen Auszeichnungen die Goldene Kamera erhielt. Bruno Ganz war damit der erste deutschsprachige Schauspieler, der Hitler spielte. Der Film und vor allem das intensive Spiel des Mimen verursachten kontrovers geführte Diskussionen darüber, wie Hitler im Film gezeigt werden darf, ob er tatsächlich so "menschlich" dargestellt werden darf. 2009 kam Ganz mit der Bernhard Schlink-Verfilmung "Der Vorleser" (2009) in unsere Kinos, für den Hauptdarstellerin Kate Winslet mit einem OSCAR geehrt wurde, und im selben Jahr war er mit Willem Dafoe und Christiane Paul in "The Dust of Time" (2009) zu sehen. 2010 durfte man ihn in der Schweizer Komödie "Giulias Verschwinden" (2010) an der Seite von Corinna Harfouch und Stefan Kurt bewundern. Im selben Jahr spielte Ganz in "Das Ende ist mein Anfang" (2010), den von Jo Baier inszenierten Lebenserinnerungen des langjährigen Südostasien-Korrespondenten des Spiegel, Tiziano Terzani, die Hauptrolle und war außerdem im Schweizer Drama "Der große Kater" (2010) an der Seite von Ulrich Tukur, Christiane Paul, Justus von Dohnanyi und Edgar Selge zu sehen. Für das beeindruckende Drama "Satte Farben vor Schwarz" (2011) stand Bruno Ganz neben Senta Berger vor der Kamera und im selben Jahr war er zusammen mit Liam Neeson, Diane Kruger und Aidan Quinn im Thriller "Unknown Identity" (2011) zu sehen.
Der Schauspieler ist verheiratet mit Sabine Ganz, von der er allerdings getrennt lebt. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, Daniel, der 1972 geboren wurde. Bruno Ganz, der übrigens die Rolle des Oskar Schindler in "Schindlers Liste" abgelehnt hatte, lebt mit der Theaterfotografin Ruth Walz zusammen - abwechselnd in Venedig, Berlin und seiner Heimatstadt Zürich. 2010 wurde er beim 23. Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk geehrt.
Filmographie Bruno Ganz
- 1960: Der Herr mit der schwarzen Melone
- 1961: Wenn Männer Schlange stehen
- 1961: Es Dach überem Chopf
- 1964: Der Spaßvogel (TV)
- 1966: Frühlings Erwachen (TV)
- 1966: Die Unberatenen (TV)
- 1967: Der sanfte Lauf
- 1968: Die Schlacht bei Lobositz (TV)
- 1968: Maß für Maß (TV)
- 1968: Im Dickicht der Städte (TV)
- 1969: Torquato Tasso (TV)
- 1970: Eine große Familie (TV)
- 1971: Die Mutter (TV)
- 1971: Peer Gynt (TV-Serie)
- 1972: Der Ignorant und der Wahnsinnige (TV)
- 1973: Prinz Friedrich von Homburg (TV)
- 1974: Die Bakchen (TV)
- 1976: Sommergäste
- 1976: Im Scheinwerferlicht
- 1976: Die Marquise von O.
- 1976: Die Wildente
- 1977: Der amerikanische Freund
- 1978: Geschichte einer Liebe (TV)
- 1978: Messer im Kopf
- 1978: Die linkshändige Frau
- 1978: Schwarz und weiß wie Tage und Nächte (TV)
- 1978: The Boys from Brazil
- 1979: Nosferatu - Phantom der Nacht
- 1979: Rückkehr zur Geliebten
- 1980: Oggetti smarriti
- 1980: 5% de risques
- 1981: Die Kameliendame
- 1981: Hände hoch!
- 1981: Die Verweigerung
- 1981: Der Erfinder
- 1981: Fermata Etna (TV)
- 1981: Die Fälschung
- 1982: Logik des Gefühls
- 1982: Polenta
- 1982: Gedächtnis: Ein Film für Curt Bois und Bernhard Minetti (nur Regie und Schnitt)
- 1983: System ohne Schatten
- 1983: Killer aus Florida
- 1983: In der weißen Stadt
- 1985: De Ijssalon
- 1985: Der Park (TV)
- 1986: Der Pendler
- 1986: Väter und Söhne - Eine deutsche Tragödie (TV-Serie)
- 1986: El Río de oro
- 1987: Der Himmel über Berlin
- 1988: Der Himmel ist fern
- 1988: The Legendary Life of Ernest Hemingway
- 1989: Bankomatt
- 1989: Ein fast anonymes Verhältnis
- 1990: Schrödingers kat
- 1990: Die Wette (TV)
- 1991: Tassilo - Ein Fall für sich (TV-Serie)
- 1991: Erfolg
- 1991: Kinder der Natur - Eine Reise
- 1991: La Domenica specialmente
- 1992: Prag
- 1992: Wege der Liebe
- 1993: Le Quator des possibles (nur Stimme)
- 1993: Die Abwesenheit
- 1993: In weiter Ferne, so nah!
- 1993: Brandnacht
- 1994: Heller Tag
- 1995: Diario senza date
- 1995: Il Grande Fausto (TV-Serie)
- 1996: Tödliches Schweigen (TV)
- 1996: Anwalt Abel - Ein Richter in Angst (TV)
- 1996: Tatort - Schattenwelt (TV)
- 1996: Saint-Ex
- 1998: Bitter ist die Verbannung, bitterer noch die Heimkehr (nur Stimme)
- 1998: Gegen Ende der Nacht (TV)
- 1998: Die Ewigkeit und ein Tag
- 2000: WerAngstWolf
- 2000: Brot & Tulpen
- 2001: Johann Wolfgang von Goethe: Faust I (TV)
- 2001: Johann Wolfgang von Goethe: Faust II (TV)
- 2002: La forza del passato
- 2002: Epsteins Nacht
- 2002: Behind Me - Bruno Ganz (nur Kamera)
- 2003: Luther
- 2004: Der Manchurian Kandidat
- 2004: Der Untergang
- 2005: Fürchtet euch nicht! Das Leben des Papst Johannes Paul II. (TV)
- 2006: Vitus
- 2007: Ode an die Freude
- 2007: Jugend ohne Jugend
- 2007: Copacabana (TV)
- 2008: Ein starker Abgang (TV)
- 2008: I skoni tou hronou
- 2008: Der Baader Meinhof Komplex
- 2008: Stairway to Nowhere
- 2009: Der Vorleser
- 2009: The Dust of Time
- 2010: Giulias Verschwinden
- 2010: Das Ende ist mein Anfang
- 2010: Der große Kater
- 2010: Taxiphone: El Mektoub
- 2011: Satte Farben vor Schwarz
- 2011: Unknown Identity
- 2011: Brot
- 2011: Sport de filles



