Eddi Arent

Gebhardt Georg Arendt

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Biographie

Eddi Arent © Universum Film

Geboren am 5.5.1925 in Danzig, Polen Autor Thomas Ays

Eddi Arent: DIE Kultfigur des deutschen Krimis. 2005 wurde der grandiose Komiker 80 Jahre alt. Moviesection gratuliert herzlich zum Geburtstag.
Nachdem der Zweite Weltkrieg endlich sein Ende gefunden hatte, tourte ein junger, aufstrebender Komiker durch deutsche Lande. Sein Name: Eddi Arent. Geboren in Danzig als Gebhardt Arent. Sein Beruf: Kabarettist. Die Zuschauer liebten ihn, seinen Humor, seine Art, seine Mimik und Gestik. Er spielte auf verschiedenen Bühnen, unter anderem auch in der Stuttgarter „Mausefalle“.
1956 begann dann die Filmkarriere des Eddi Arent. Mit „Der Mustergatte“ schlich sich der Mime leise ins Kino. Erst 1959, als der erste Edgar Wallace Krimi in die Kinos kam, erlangte auch Eddi Arent den verdienten Ruhm. Als Butler war er in „Edgar Wallace: Der Frosch mit der Maske“ schlicht herausragend besetzt und bescherte dem Zuschauer die genau richtige Portion Witz und Situationskomik. Eddi Arent ließ sich einfach herrlich zuschauen. Doch es sollte nicht der einzige Edgar Wallace-Streifen bleiben – vorsichtig ausgedrückt. Um es genauer zu nennen, spielte Eddi Arent in mehr als 20 Verfilmungen des Buch-Autors mit. Als Butler, Polizei-Detektiv, Leichen-Fotograph,… es gab keine Rolle, die der Komiker nicht herausragend umsetzte. Er avancierte schnell zum charakteristischen Merkmal der Edgar Wallace-Verfilmungen. Neben Klaus Kinski war er das genau passende Gegenstück. Eddi Arent verlieh den Filmen ihren Charme und ihren Witz. Ohne den Schauspieler wären die Filme bestimmt um einiges erfolgloser geworden.
In den 60er Jahren boomten die Edgar Wallace-Verfilmungen. Immer wieder war er neben Joachim Fuchsberger, Klaus Kinsi und Heinz Drache mit von der Partie. So war er in „Der grüne Bogenschütze“, „Die toten Augen von London“ und „Die seltsame Gräfin“ zu sehen. Außerdem liefen noch „Das Rätsel der roten Orchidee“, „Die Tür mit den sieben Schlössern“ und „Das Gasthaus an der Themse“ in den Kinos an. Diese Filme wurden alle innerhalb von zwei Jahren hergestellt. Trotz der schnell aufeinander folgenden Produktionen verkamen die Streifen nie zur Massenware. Jeder Film wurde individuell in Szene gesetzt, oft auch mit verschiedenen Film-Crews, meist jedoch untereinander wechselnd. Da spielte in dem einen Edgar Wallace Film Klaus Kinski den Mörder, im nächsten das Opfer, im übernächsten den, den alle verdächtigen. So war es auch mit Eddi Arent. Meist dabei, fehlte dem Zuschauer doch irgendetwas, wenn er mal nicht dabei war. Oft hatte er nicht viel „Screen-Time“, wie es heute heißt, soll heißen: Seine Rollen waren nie, bzw. selten Hauptrollen. Oft spielte er den „Auflockerer“. Den, den man am Schluss des Films noch im Gedächtnis hat, weil er durch seine genial-guten Dialoge immer wieder den Zuschauer zum Schmunzeln, dann wieder zum laut Lachen brachte – und das oft nur mir einem Blick, einer Gestik, erstaunlich!
Nach zahlreichen, weiteren Edgar Wallace Streifen (es waren weit über 20), war dann Ende der 60er Jahre Schluss mit der Kino-Reihe. Ein Projekt läuft sich nun mal immer irgendwann tot. So war es auch mit diesem. Für Eddi Arent und seine Fans folgte eine weitaus anstrengendere Zeit. Die Filme wurden anspruchsloser, oft war der Komiker gezwungen Rollen zu spielen, die ihm nicht angemessen waren. Er meisterte dennoch jede mit Bravour. Von „Grün ist die Heide“ bis hin zu „Blau blüht der Enzian“, die Filme wurden „deutscher“.
1987 startete eine zweite Hoch-Zeit für Eddi Arent. Der Komiker tat sich mit dem erfolgreichen Entertainer Harald Juhnke zusammen und spielte in der gemeinsamen TV-Comedy-Serie „Harald und Eddi“ 24 Folgen lang erfolgreich Sketche unterschiedlichster Art und Weise. Nach drei Jahren kam jedoch auch hier das Ende.
In den 90er Jahren zog sich Eddi Arent immer mehr zurück, war nur noch in kleinen Rollen, meist im Fernsehen zu sehen. 2002 kehrte er noch einmal in die erstmals für das TV produzierten Edgar Wallace-Filme zurück. In „Edgar Wallace: Das Schloss des Grauens“, „Edgar Wallace: Die unheimlichen Briefe“ und „Edgar Wallace: Die vier Gerechten“ mimte er Sir John.
Von vielen seiner Kollegen wurde Eddi Arent während seiner gesamten Filmkarriere gelobt und verehrt. Er schien das krasse Gegenstück zu Kollege Klaus Kinski zu sein, der ja gern des Öfteren durch diverse Filmsets polterte. Zeit seiner Karriere verstand es Arent, seinen Filmcharakteren seinen ganz bestimmten Stempel aufzudrücken, für den ihn seine Fans so lieben.
In den 90er Jahren kaufte Eddi Arent gemeinsam mit seiner Frau Franziska das Hotel 'Neustädter Hof' im baden-württembergischen Titisee-Neustadt. 2005 musste er es dann tragischerweise zwangsverkaufen. Laut verschiedenster Medien-Berichte ist Eddi Arent finanziell sehr angeschlagen. Seine Frau gab in einem Interview an, der zurückgezogen lebende Komiker leide sogar an Depressionen. Ein Schicksal, das seine Fans dem Schauspieler so gar nicht wünschten.


Filmographie Eddi Arent