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Siegfried Lowitz †
Biographie
© Universum Film
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Geboren am Gestorben am: |
22.9.1914 27.06.1999 |
in |
Berlin, Deutschland München, Bayern, Deutschland |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Trotz seines durchaus vielfältigen Rollenspektrums wird der Schauspieler Siegfried Lowitz seinem Publikum vor allem als seriöser Kriminalbeamter in Erinnerung bleiben. Ob in zahlreichen Edgar Wallace-Krimis oder in Filmen wie "Es geschah am hellichten Tag" (1958) - immer wieder stellte der Mime Inspektoren oder Oberinspektoren dar und das so erfolgreich, dass er von 1977 bis 1985 sozusagen "hauptberuflich" die Rolle des Ermittlers übernahm. In hundert Folgen von "Der Alte" stand er als Erwin Köster vor der Kamera.
Am 22. September 1914 in Berlin geboren, musste der kleine Siegfried schon im Alter von sechs Jahren mit dem Tod seiner Mutter fertigwerden, die ihn bis dahin allein erzogen hatte. So hatte er nicht nur den Verlust der Mutter zu verkraften, sondern musste auch noch in eine fremde Stadt umziehen - ab 1920 lebte er bei seinem Vater in Mainz. Als 17jähriger jobbte er in einem Kino und durfte als Bezahlung gratis die Vorstellungen besuchen - so entdeckte er seine Leidenschaft für die Schauspielkunst. Siegfried besuchte die Schauspielschule in Frankfurt am Main und bekam dort auch sein erstes Theater-Engagement. Er wurde vom Regisseur und Oberspielleiter des Mainzer Theaters entdeckt und bekam dort eine Stelle als Volontär. Die Prüfung bei der Reichstheaterkammer bestand er erst beim zweiten Anlauf und bekam dann Anstellungen beim Römerberg in Frankfurt um am Theater in Breslau. Dann kam allerdings der Zweite Weltkrieg und mit ihm erst einmal das Ende der ehrgeizigen Karrierepläne des jungen Schauspielers. 1941 wurde er als Grenadier ins Schützenregiment 6 der 7. Panzerdivision eingezogen und kam an die Ostfront, wo er an der Winterschlacht 1941/42 teilnahm. Anschließend kam Lowitz nach Frankreich, wo er wegen starker Schwellungen an Arm und Rücken ausgemustert wurde - sein großes Glück, so durfte er noch vor Kriegsende nach Hause zurück! Der Mime konnte sich jetzt wieder seinem geliebten Theater und Kabarett widmen und erlebte am Schauspielhaus in Frankfurt die schlimmen Bombenangriffe und dann das Kriegsende.
Die Nachkriegsjahre waren hart und deprimierend für Lowitz. Doch mit der Übernahme der Leitung der Frankfurter Städtischen Bühne durch Heinz Hilpert brachen neue Zeiten für den Schauspieler an. Mit dem von Hilpert neu gegründeten Ensemble ging er nach Konstanz, wo sie vor allem Stücke von Shakespeare gaben. Es folgten Auftritte bei den Ruhrfestspielen, an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm und in Heidelberg. Während dieser Zeit trennte sich Siegfried von seiner ersten Frau Elisabeth Felber. Der Durchbruch für den Schauspieler kam mit der Hauptrolle in "Meuterei auf der Caine" von dem Amerikaner Herman Wouk. Mit diesem durchschlagenden Erfolg begann Lowitz Wechsel ins Film- und Fernsehfach - der Grundstein seiner Karriere war gelegt. Seine erste kleine Nebenrolle hatte er in dem Film "Meines Vaters Pferde" (1953). Seine erste Rolle als Kriminalinspektor hatte er dann in "Das Sonntagskind" (1956) - schnell war der Mime auf das Krimifach festgelegt. Seine Begabungen in diesem Genre bewies er durch seine Darstellung in verschiedenen Edgar Wallace-Filmen. So spielte er in "Der Frosch mit der Maske" (1959) den Inspektor Elk, in "Der Fälscher von London" (1961) war er gar schon zum Oberinspektor befördert worden. Auch in "Der Hexer" (1964) und "Der unheimliche Mönch" (1965) war Lowitz zu sehen, in letzterem spielte er diesmal ganz untypisch den Sir Richard. In "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" (1962) spielte er den Kommisar Brahm. Zwar war der Krimi ganz eindeutig die Domäne des Charakterdarstellers, doch spielte er mit Bravour auch ganz andere Rollen. So war er Stadtkämmerer in "Der Hauptmann von Köpenick" (1956) oder der Benzel in "Der Schinderhannes" (1958). Obwohl der Mime immer wieder auch auf der Bühne zu sehen war, löste er Ende der 50er Jahre seinen Vertrag bei den Kammerspielen auf und wurde freischaffend. Das sollte ihm mehr Freiheit bei der Auswahl seiner Filmrollen geben, bekam er doch einige sehr interessante Angebote. Neben Horst Tappert war er als Gentleman-Verbrecher zu sehen - in "Die Gentlemen bitten zur Kasse" (1966). Einer seiner großen Erfolge war die Rolle in der TV-Produktion "Biedermann und die Brandstifter" (1967). Für sein Spiel in der Fallada-Verfilmung "Der Trinker" (1967) erhielt er 1969 die Goldene Kamera, was ihm nach eigener Aussage sehr viel bedeutete, da es sich hierbei um einen reinen Publikumspreis handelte.
Nebenher hatte Siegfried Lowitz, der mittlerweile in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Marianne Probst verheiratet war, auch immer wieder interessante Rollen am Theater. Er spielte am Münchner Residenztheater in "Professor Bernhardi" (1972), "Die See" (1973) und "Gnadenbrot" (1975). 1976 dann übernahm er die Fernsehrolle des Kommisar Köster in "Der Alte", eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschrieben zu sein schien. Nach hundert Folgen von "Der Alte" hatte Lowitz dann aber genug: in der 101. Folge kam das Ende, Kommisar Köster wurde erschossen. Damit wollte der Schauspieler sicherstellen, dass nicht doch noch irgendwo eine Hintertür für ihn offenbliebe. Er sagte dazu: "Es ist wie mit der Liebe auf dem Strich. Hätte ich, wie mein Kollege Horst Tappert 250 Folgen "Derrick" abgedreht, wäre ich wohl in der Psychiatrie gelandet mit diesem konfektionierten Krimikäse." (aus "Was für ein Leben") Lowitz zählt neben "Kommisar" Erik Ode und "Derrick" Horst Tappert zu den berühmtesten "Kriminalern" der deutschen Fernsehgeschichte. In der 170. "Derrick"-Folge "Eine Art Mord" (1988) spielte er übrigens einen Verbrecher.
Danach widmete sich der Mime verstärkt seinem Privatleben, hielt Goethe-Lesungen und spielte Theater. Er hatte immer wieder Auftritte in Wien in der Josefstadt und am Münchner Volkstheater in Neil Simons "Sonny-Boys". Fernsehrollen übernahm er nur noch selten, seine letzte Serienrolle war in "Anna Maria, eine Frau geht ihren Weg". Lowitz, der zum Schluss an Anämie erkrankt war, schrieb bis zu seinem Tod am 27. Juni 1999 an seinen Erinnerungen "Was für ein Leben", deren Veröffentlichung im Juli 2000 er leider nicht mehr erlebte. Die Fernsehzuschauer sahen den großartigen Schauspieler zum letzten Mal in dem Stück "Mein Freund Harvey" (1997) und 1998 als Talkgast von Alfred Biolek in "Boulevard Bio".
Filmographie Siegfried Lowitz
- 1954: Der Engel mit dem Flammenschwert
- 1954: München - Bilder einer Stadt (TV)
- 1955: Regine
- 1955: Gestatten, mein Name ist Cox
- 1955: Es geschah am 20. Juli
- 1955: Solang´es hübsche Mädchen gibt
- 1955: Hanussen
- 1955: Der Fischer vom Heiligensee
- 1955: Himmel ohne Sterne
- 1956: Weil du arm bist, mußt du früher sterben
- 1956: Das Sonntagskind
- 1956: Mein Vater, der Schauspieler
- 1956: Der Hauptmann von Köpenick
- 1957: Herrscher ohne Krone
- 1957: Rose Bernd
- 1957: Robinson soll nicht sterben
- 1957: Mr. Gillie (TV)
- 1957: Haie und kleine Fische
- 1958: Madeleine und der Legionär
- 1958: Der Arzt von Stalingrad
- 1958: Besuch aus der Zone (TV)
- 1958: Der Greifer
- 1958: Ich war ihm hörig
- 1958: Gestehen Sie, Dr. Corda!
- 1958: Es geschah am hellichten Tag
- 1958: Der Mann, der nicht nein sagen konnte
- 1958: Der Schinderhannes
- 1959: Bei Anruf - Mord (TV)
- 1959: Edgar Wallace: Der Frosch mit der Maske
- 1960: Soldatensender Calais
- 1960: Es ist soweit (TV-Serie)
- 1960: Das schwarze Schaf
- 1961: Edgar Wallace: Der Fälscher von London
- 1962: Bedaure, falsch verbunden (TV)
- 1962: Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse
- 1962: Ein Toter sucht seinen Mörder
- 1963: Die zwölf Geschworenen (TV)
- 1963: Das tödliche Patent (TV)
- 1964: Einer frißt den anderen
- 1964: Edgar Wallace: Der Hexer
- 1964: Die Physiker (TV)
- 1965: Edgar Wallace: Der unheimliche Mönch
- 1966: Die Gentlemen bitten zur Kasse (TV)
- 1966: Weiß gibt auf (TV)
- 1967: Biedermann und die Brandstifter (TV)
- 1967: Die Gefährtin (TV)
- 1967: Ostwind (TV)
- 1967: Der Trinker (TV)
- 1968: Was Ihr wollt (TV)
- 1968: Babeck (TV-Serie)
- 1968: Haus Herzenstod (TV)
- 1969: Tartuffe oder Der Betrüger (TV)
- 1969: Tagebuch eines Frauenmörders (TV)
- 1969: Der Kommisar (TV-Serie)
- 1970: Krebsstation (TV)
- 1971: Die Weber (TV)
- 1972: Dr. M. schlägt zu
- 1973: Der Kommisar (TV-Serie)
- 1973: Einfach davonsegeln! (TV)
- 1974: Derrick (TV-Serie)
- 1975: Der Strick um den Hals (TV-Serie)
- 1977: Der Alte (TV-Serie)
- 1987: Flohr und die Traumfrau (TV)
- 1988: Derrick (TV-Serie)
- 1991: Dobrodruzství kriminalistiky (TV-Serie)
- 1992: Allein gegen die Mafia 6 (TV-Serie)
- 1993: Ein unvergeßliches Wochenende...in Salzburg (TV-Serie)
- 1994: Birkenhof & Lerchenau (TV)
- 1994: Anna Maria - Eine Frau geht ihren Weg (TV-Serie)
- 1997: Mein Freund Harvey (TV)