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Helge Schneider
Biographie
© Senator Film
| Geboren am | 30.8.1955 | in | Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen, Deutschland | Autor | Kathrin Lang |
|---|
Das „Katzeklo“ machte Helge Schneider berühmt, doch was steckt noch hinter dem Mann mit den absurdkomischen Songtexten? Seit 1977 ist Helge im Showgeschäft tätig und darf sich heute stolz als erfolgreicher Komiker, Komponist, Musiker, Entertainer, Buchautor, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur, Musikclown und Zeichner bezeichnen. Kein Bereich der Unterhaltungsbranche blieb von dem Deutschen verschont. Egal wie, irgendwo mischte er immer mit und hatte dabei auch stets Erfolg.
"Die schlimmste Zeit im Leben ist die Pubertät, die zweitschlimmste ist die Zeit danach."
Helge Schneider hielt nicht sonderlich viel von einer Schulbildung. Abitur war ihm ein Fremdwort, ebenso wie alle anderen Schulabschlüsse. Im Alter von 17 Jahren entschloss er, dass ohnehin alle Bemühungen umsonst sind, zog von zu Hause aus und machte sich Gedanken über mögliche Tätigkeiten um die Kasse aufzufüllen. Eigentlich wollte er Clown werden, doch damit konnte keine Miete bezahlt werden. Musikmachen, das konnte er und erschien ihm schon um einiges lukrativer. Also entschied er sich letzten Endes für eine Mischung aus beidem und wurde Musikclown. Erste Songs waren schnell geschrieben und auch aufgeführt. Davon leben konnte Helge jedoch vorerst nicht. Während der Übergangsphase begann er eine Ausbildung als Bauzeichner, errang durch eine Sonderbegabtenprüfung einen Studienplatz am Konservatorium in Duisburg, arbeitete als Landschaftsgärtner, Dekorateur und Tierpfleger. Alles brach er jedoch frühzeitig wieder ab, um seinen Traum, einmal von seinen künstlerischen Tätigkeiten leben zu können, zu verwirklichen.
Helge Schneider der Musiker: "Hast du eine Mutter, dann hast du immer Butter. Mutter ist die beste Frau." (aus dem „Buttersong“)
Die Karrierekurve von Helge Schneider ging ab 1977 steil aufwärts. Von Peter Bursch bekam er das Angebot mit dessen Band „Bröselmaschine“ auf Tournee zu gehen. Gesagt, getan! Außerdem gründete er in etwa zu dieser Zeit seine eigene Band zusammen mit Charly Weiß und trat in ersten Solo-Shows als „Singende Herrentorte“ auf. Ab ´77 verdiente er nun auch so viel Geld als Musiker, dass er sich nicht länger Gedanken über einen Nebenerwerb machen musste. In seiner Tätigkeit als Musiker und Komponist ging er voll auf. Von Anfang an war ihm die Musik wichtiger als die Späßchen darum herum. Von allen Seiten wurde ihm ein außerordentliches musikalisches Talent bescheinigt, ebenso die Fähigkeit ein Instrument im Handumdrehen zu erlernen. Mit fünf brachte er sich Klavierspielen bei, heute beherrscht er außerdem Saxophon, Vibraphon, Akkordeon, Gitarre, Geige, Hawaiigitarre, Blockflöte, Schlagzeug, Trompete, Hammond-Orgel und Cello. Seine Musik ist hauptsächlich vom Jazz beeinflusst. Große Jazzmusiker wie Louis Armstrong und Duke Ellington zählen zu seinen Vorbildern.
Helge Schneider der Komiker: "Nee, ich trinke keinen Tee, ich bin 'Ateeist'."
Obwohl die Musik in Helges Leben schon immer eine größere Rolle spielt, so konnte seine komische Ader niemals so einfach von der Hand gewiesen werden. Dies musste auch Helge Schneider früh einsehen und vereinte daher das Musikmachen mit dem Clownsein. Nicht nur, dass er seine Songtexte stets mit einem zwinkernden Auge verfasst – wie erinnern uns an das „Katzeklo“ oder den „Telefonmann“ – auch seine Showperformances sind immer von einer enormen Witzigkeit geprägt. Der große Durchbruch auf diesem Gebiet gelang ihm in den frühen 90er Jahren, als er in Deutschland durch seine Auftritte als „Die singende Herrentorte“ auf sich aufmerksam machte. Auf der Bühne führte er uns eine vollkommen neue Mischung aus absurden Geschichten, parodistischen Schlagern und Jazzmusik vor. Das Publikum war sofort begeistert und feierte den neuen deutschen „Helden“ der Unterhaltungsbranche.
Helge Schneider der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor:
Auch die Filmbranche blieb von dem Deutschen Spaßvogel nicht unberührt. Bereits in den 80er Jahren, noch am Anfang seiner Karriere stehend, mischte er unter den Filmemachern mit und wirkte bei etlichen Filmen bei der Entstehung des Soundtracks mit. Später führte er auch Regie und schrieb Drehbücher. Wo der Filmemacher ist, da ist der Schauspieler nicht mehr weit davon entfernt und so war es weiter auch kaum verwunderlich, als wir Helge 1986 das erste Mal in einem Kinofilm zu Gesicht bekamen. In dem Thriller von Christoph Schlingensief übernahm das Multitalent sogar die Hauptrolle. Es folgte weitere Leinwandauftritte in Sönke Wortmanns Komödie „Drei D“ und in dem kultigen Streifen „Manta – Der Film“. Nicht selten lieh er auch animierten Figuren seine Stimme. So ertönte Helge unter anderem in „Kleines Arschloch – Der Film“ und 1999 in „Käpt'n Blaubär - Der Film“. Als sich 2004 die creme de la creme der deutschen Komiker versammelte, um sich in „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ in den Lichtspielhäusern zu präsentieren, durfte natürlich auch Helge nicht fehlen und mischte in der Komödie, sowie in deren Fortsetzung „7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug“, kräftig mit. 2007 stand er selbst mal wieder im absoluten Mittelpunkt des Geschehens, als er die Rolle des Adolf Hitlers in der Parodie „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ übernahm. Für 2008 sind keine weiteren Helege-Filme in der Mache, aber vielleicht gibt es 2009 wieder etwas?
„Man muss keine Drogen nehmen, man muss nicht rauchen, um chic zu sein, um mit den anderen mitzuhalten. Ficken vielleicht, ja, aber das ist eine ganz andere Geschichte …"
Heute ist Helge Schneider ein gefeiertes Multitalent. Sein einzigartiges Auftreten in der Öffentlichkeit, das von keiner Scheue geprägt zu sein scheint, hat ihn zu einem wahren Unikat gemacht, das wird Deutschen sicher nicht missen wollen. Immer wieder begegnet einem Helge der „Musikclown“ im Fernsehen und jedes Mal ist es eine Wonne ihm bei seinen Performances zuzusehen. Wer könnte nicht auf Anhieb den Refrain von einem seiner großen Hits mitgrölen und wer hat sich nicht schon häufiger über die absurdkomischen Antworten von Helge Schneider auf diverse Interviewfragen amüsiert? Letztendlich lieben wir Helge doch alle - auch wenn man seine Art manchmal nicht für möglich hält.
Filmographie Helge Schneider
- 1982: Stern des Méliès (nur Musik)
- 1982: Uliisses (nur Musik)
- 1984: Enzyklop (nur Musik)
- 1986: Die Schlacht der Idioten (nur Musik)
- 1986: Menu total (auch Musik)
- 1986: Johnny Flash (auch Musik)
- 1986: Egomania - Insel ohne Hoffnung (nur Musik)
- 1988: Drei D
- 1988: Mutters Maske (auch Musik)
- 1991: Manta - Der Film
- (auch Musik)
- 1993: Ebbies Bluff
- 1993: Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem (auch Regisseur, Drehbuch, Musik)
- 1994: Felidae
- (nur Stimme)
- 1994: 00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter (auch Regisseur, Musik)
- 1996: Sylter Geschichten (TV Serie)
- 1996: Media Magica I-V (nur Musik)
- 1997: Praxis Dr. Hasenbein (auch Regisseur, Drehbuch, Musik)
- 1997: Kleines Arschloch - Der Film
- (nur Stimme) (auch Musik)
- 1997: Die 120 Tage von Bottrop (nur Musik)
- 1999: Käpt'n Blaubär - Der Film (nur Stimme) (auch Musik, Sänger)
- 2002: Sterne, die nie untergehen – Atlantic Affairs (TV)
- 2003: Mendy - Das Wusical (TV) (auch Regisseur, Drehbuch, Musik)
- 2003: Don't Get Stuck
- 2004: Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm. (auch Regisseur, Drehbuch, Musik)
- 2004: 7 Zwerge - Männer allein im Wald
- 2005: Dieter Hallervorden - Mit 70 hat man noch Träume! (nur Sänger)
- 2006: Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße
- (nur Stimme) (auch Musik)
- 2006: 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug
- 2007: Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler