Sibel Kekilli

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Biographie

Sibel Kekilli © X-Verleih

Geboren am 16.6.1980 in Heilbronn, Baden-Württemberg, Deutschland Autor Kathrin Lang

„Ich habe einen ziemlich starken Freiheitsdrang, und je mehr man versucht, mir etwas zu verbieten, desto mehr rebelliere ich.“ (Sibel Kekilli)

2004 war vor allem eine deutsche Schauspielerin in aller Munde: Sibel Kekilli. Die türkischstämmige Deutsche wurde in einem Kölner Café entdeckt und zum Casting für Fatih Akins Film „Gegen die Wand“ eingeladen. Dort setzte sie sich gegen rund 350 Mitbewerberinnen durch und gab damit ihr Spielfilmdebüt in einem der meist gefeierten deutschen Filme des letzten Jahrzehnts. „Gegen die Wand“ wurde zum Überraschungserfolg der 54. Internationalen Filmfestspiele von Berlin: Zum ersten Mal seit 18 Jahren wurde mit „Gegen die Wand“ ein deutscher Film mit dem renommierten Goldenen Bären ausgezeichnet. Mit diesem Erfolg einhergehend wurden auch die außerordentlichen darstellerischen Leistungen Kekillis mehrfach hervorgehoben. Die Schauspielerin erhielt 2004 viele Auszeichnungen; unter anderem den Deutschen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin, den Bambi-Fernsehpreis als Shooting Star des Jahres und den Preis als Beste Darstellerin beim Filmfestival Türkei/Deutschland. Doch wo Licht ist, da ist der Schatten nicht weit. Schnell wurde Sibel Kekillis Erfolgswelle von ihrer Vergangenheit eingeholt. Die Presse wühlte ordentlich in der Vergangenheit der talentierten Schauspielerin und wurde dabei prompt fündig: Einige Pornofilme, in denen Kekilli mitgewirkt hatte, wurden aus dunklen Ecken ans Licht befördert und bescherten der gefeierten Schauspielerin zwielichtige Schlagzeilen. Kekilli, überrollt von dem plötzlichen Interesse an ihrer Person, ging in aller Öffentlichkeit gegen die schmutzigen Kampagnen vor und forderte am 18. November 2004 bei der Bambi-Verleihung die Zeitungen auf, „diese dreckige Hetzkampagne“ zu beenden. Zuvor erklärte sie: „Es war wirklich so, wie es immer heißt: ich war jung und brauchte Geld.“

Heute scheint weitgehend Gras über Sibel Kekillis Vergangenheit gewachsen zu sein. In den vergangenen Jahren machte sie sich den Ruf einer herausragenden Schauspielerin, die immer wieder durch glaubhafte und tolle Darstellungen zu überzeugen weiß. Nach ihrem Überraschungserfolg mit „Gegen die Wand“ stellte die gebürtige Deutsche ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis, indem sie in verschiedenen Genres agierte. Unter anderem übernahm sie 2005 eine Nebenrolle in der Komödie „Kebab Connection“ und spielte 2006 in dem Drama „Winterreise“ an der Seite von Josef Bierbichler und Hanna Schygulla sowie in dem Kriegsfilm „Der letzte Zug“. Den nächsten großen Erfolg feierte Sibel Kekilli schließlich 2010, als sie die Hauptrolle in dem international gefeierten Drama „Die Fremde“ übernahm. Nicht nur der Film, sondern auch Kekilli selbst erhielt dafür mehrere renommierte Auszeichnungen. Unter anderem wurde sie für ihre Darstellung der Umay mit dem Deutschen Filmpreis sowie mit einer Nominierung für den Europäischen Filmpreis als Beste Darstellerin geehrt. Für 2011 stand die romantische Komödie „What a Man“, Matthias Schweighöfers Regiedebüt, auf dem Programm. Sibel übernahm an der Seite von Schweighöfer selbst die weibliche Hauptrolle. Außerdem ergatterte sie eine Nebenrolle in der ersten Staffel der erfolgreichen TV-Serie "Game of Thrones" und wurde zudem zur Kommissarin im Kieler "Tatort" ernannt. Die ersten drei Folgen brachte Sibel 2011 bereits hinter sich.


Filmographie Sibel Kekilli