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Omar Sharif
Michel Shalhoub
Biographie
© Falcom
| Geboren am | 10.4.1932 | in | Alexandria, Ägypten | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Wer kennt ihn nicht, den romantischen, glutäugigen und zutiefst melancholischen Doktor Schiwago aus der gleichnamigen Verfilmung des Boris Pasternak-Romans? Mit dieser Rolle prägte Omar Sharif ein Image, das er nie wieder loswerden sollte. Dem vielumjubelten Frauenschwarm sollte der kometenhafte Aufstieg in Hollywood kein Glück bringen.
Michael Shaloub wurde am 10. April 1932 als Sohn christlicher Eltern in Alexandria, Ägypten geboren. Sein Vater war ein reicher Holzhändler libanesischer Herkunft. Als der Junge vier Jahre alt war, zog die Familie nach Kairo. Er besuchte dort das Gymnasium und das British Victoria College und gründete schon während seiner Schulzeit eine Schauspielgruppe, für die er vierzehn Jahre lang als Schauspieler und Direktor tätig war. Nach der Schule arbeitete der junge Mann für drei Jahre im Geschäft seines Vaters mit. Danach wollte er eine Berufsausbildung als Schauspieler an der Royal Academy of Dramatic Art in London beginnen, lernte dann aber den Regisseur Jussef Shahine kennen, der ihm seine erste Rolle anbot. Michael, der inzwischen zum Islam konvertiert war, spielte 1953 seine erste Hauptrolle unter dem Namen Omar El-Sharif. 1955 heiratete Omar den ägyptischen Filmstar Faten Hamama - diese Heirat erhöhte seinen Bekanntheitsgrad in der arabischen Welt enorm. Er gründete eine Produktionsfirma und drehte teilweise auch mit seiner Ehefrau achtzehn weitere Filme in seiner Heimat. Wegen seines blendenden Aussehens wurde er zum Liebling vor allem des weiblichen Publikums.
Dann bekam Omar von Produzent Sam Spiegel ein Rollenangebot, das sein Leben verändern sollte: neben Peter O´Toole und Anthony Quinn stand er für "Lawrence von Arabien" (1962) vor der Kamera. Für diese Rolle wurde er gar für den OSCAR als bester Nebendarsteller nominiert - Hollywood hatte sein Augenmerk auf den Mimen gerichtet. Doch seine Karriere hatte der Schauspieler sich anders vorgestellt. Durch den Knebelvertrag, den er mit Columbia eingegangen war, konnte er sich nicht die Rollen aussuchen, die er eigentlich gerne spielen wollte. Es folgten Filme wie "Der Untergang des römischen Reiches" (1964), "Deine Zeit ist um" (1964) und "Dschingis Khan" (1965). Dann kam der Film, der sein Image für immer prägen sollte - "Doktor Schiwago" (1965). Sein 1957 geborener Sohn Tarek spielte übrigens den Dichter als Kind. Der Traum des Omar Sharif, jemand zu sein, über den die Welt spricht, hatte sich erfüllt - doch Glück sollte ihm das nicht bringen. Sehr erfolgreich trieb der Mime seine Hollywood-Karriere voran und drehte u. a. die Streifen "Die schöne Isabella" (1967) mit Sophia Loren und "Funny Girl" (1968) mit Barbra Streisand. In den 70er Jahren bekam er vor allem exotischere Rollen angeboten. Durch seine US-Karriere kam es zu einer immer stärkeren Entfremdung zu Ehefrau Faten Hamama, 1974 ließen die beiden sich scheiden. Obwohl Omar sich über zu wenig weibliche Aufmerksamkeit wirklich nicht beklagen konnte und auch zahlreiche Affären mit Schauspielerkolleginnen wie Barbra Streisand, Sophia Loren oder Ingrid Bergman hatte, sagt er doch, seine Frau sei seine einzige Liebe gewesen.
Sharif gilt als Experte in Sachen Bridge, ist Autor des Buches "Omar Sharif´s Life in Bridge" und war 1987 Moderator der TV-Show "Play Bridge with Omar Sharif". Leider tat er selber das nur allzu oft und verlor Unmengen von Geld in den Casinos. Im Film "Der Abstauber" (1979) lieferte er sich mit Gegenspieler James Coburn ein packendes Duell als Billard-Profi - sicherlich fiel es ihm nicht schwer, die Leidenschaft fürs Spiel darzustellen. Seit den 80er Jahren werden dem Mimen hauptsächlich TV-Rollen angeboten, um seine Spielschulden zu begleichen, war er schließlich sogar gezwungen, Fernsehwerbung zu machen. Omar verlor zusehends den Boden unter den Füßen, gesundheitliche Probleme zwangen ihn zudem, kürzer zu treten. So beschloss er, seine Villa in Los Angeles zu verkaufen und in seine Heimat Kairo zurückzugehen. Er sagte: "Nur in Kairo habe ich wirkliche Freunde. Ich war 30 Jahre in der Fremde und allein." Mit der Hauptrolle im Film "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" (2003) gelang dem Mimen ein vielbeachtetes Comeback.
Filmographie Omar Sharif
- 1954: Tödliche Rache
- 1954: Shaytan al-Sahra
- 1955: Ayyamine el helwa
- 1956: Dunkle Wasser
- 1956: La chatelaine du Liban
- 1957: Ard el salam
- 1958: Ghaltet habibi
- 1958: La anam
- 1958: Shatie el asrar
- 1958: Goha
- 1959: Begegnung mit dem Unbekannten
- 1959: Fadiha fil Zamalek
- 1959: Seraa fil Nil
- 1959: Min ajal emraa
- 1959: Sayedat el kasr
- 1960: Lawet el hub
- 1960: Bidaya wa nihaya
- 1961: Fi baitina rajul
- 1961: Hubbi el wahid
- 1961: Gharam el assiad
- 1961: Nahr el hub
- 1961: Ishayat hub
- 1962: Lawrence von Arabien
- 1962: La tutfi el shams (nur Co-Produzent)
- 1964: Der Untergang des römischen Reiches
- 1964: Deine Zeit ist um
- 1964: Der gelbe Rolls-Royce
- 1965: El Mamalik
- 1965: Dschingis Khan
- 1965: Im Reich des Kublai Khan
- 1965: Doktor Schiwago
- 1966: Mohn ist auch eine Blume
- 1967: Die Nacht der Generäle
- 1967: Die schöne Isabella
- 1968: Funny Girl
- 1968: Mayerling
- 1969: Mackenna´s Gold
- 1969: Che!
- 1969: Ein Hauch von Sinnlichkeit
- 1969: Bracken´s World (TV-Serie)
- 1969: Trois hommes sur un cheval
- 197o: Das vergessene Tal
- 1971: Die Steppenreiter
- 1971: Der Coup
- 1972: Das Recht zu lieben
- 1973: Die geheimnisvolle Insel
- 1973: Die geheimnisvolle Insel (TV-Serie)
- 1974: Die Frucht des Tropenbaumes
- 1974: 18 Stunden bis zur Ewigkeit
- 1975: Funny Lady
- 1976: Frankensteins Spukschloß
- 1976: Inspector Clouseau - Der beste Mann bei Interpol
- 1977: Mysteries of the Great Pyramids (TV)
- 1979: Ashanti
- 1979: Blutspur
- 1980: S+H+E: Security Hazards Expert
- 1980: Der Mann aus Baltimore
- 1980: Ein Himmelhund von einem Schnüffler
- 1980: Alles oder nichts (TV)
- 1981: Inchon
- 1981: Das Condor-Komplott
- 1983: Ayoub
- 1983: La Martingale (TV)
- 1984: Palast der Winde (TV-Serie)
- 1984: Top Secret
- 1985: Vicious Circle (TV)
- 1985: Edge of the Wind (TV)
- 1986: Peter der Große (TV-Serie)
- 1986: Harem (TV)
- 1986: The Mind of David Berglas (TV-Serie)
- 1986: Anastasia (TV)
- 1987: Diebstahl im großen Stil
- 1988: Fluchtpunkt Hongkong
- 1988: Die Dämonen
- 1988: Les pyramides bleues
- 1989: The Puppeteer
- 1989: Lion of the Desert (TV-Serie)
- 1989: Quattro piccole donne (TV)
- 1990: The Rainbow Thief
- 1990: Le Roi de Patagonie (TV)
- 1990: Land der schwarzen Sonne
- 1990: Eine Liebesreise
- 1990: War in the Land of Egypt
- 1991: Mayrig - Heimat in der Fremde
- 1991: Schatten der Macht (TV)
- 1992: Beyond Justice
- 1992: 588 rue paradis
- 1992: Tengoku no Taizai
- 1992: Mrs.´Arris Goes to Paris (TV)
- 1993: Mayrig (TV-Serie)
- 1993: Dehk, we leab we gad we hob
- 1994: Ken Folletts Roter Adler (TV)
- 1995: Katharina die Große (TV)
- 1996: Gullivers Reisen (TV)
- 1997: Heaven Before I Die
- 1999: Der 13. Krieger
- 2001: Censor
- 2001: Das B-Team
- 2001: Black Hawk Down (nur Musik)
- 2001: Shaka Zulu: The Citadel (TV)
- 2003: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
- 2003: Großstadt Schocker (TV-Serie) (auch Drehbuch)
- 2004: Hidalgo - 3000 Meilen zum Ruhm
- 2004: Benji: Off the Leash!
- 2005: The Search for Eternal Egypt (TV)
- 2005: San Pietro
- 2006: Fuoco su di me
- 2006: Kronprinz Rudolfs letzte Liebe (TV)
- 2006: One Night with the King
- 2006: The Ten Commandements (TV)
- 2008: 10.000 B.C.
- 2009: Scriptum - Der letzte Tempelritter
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1962: Bester Nebendarsteller: Lawrence von Arabien
1962: Bester Newcomer: Lawrence von Arabien
1965: Bester Schauspieler - Drama: Doktor Schiwago
OSCAR Nominierungen:
1962: Bester Nebendarsteller: Lawrence von Arabien