Spencer Tracy †

Spencer Bonaventure Tracy

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Biographie

Spencer Tracy © unbekannt

Geboren am
Gestorben am:
5.4.1900
10.06.1967
in Milwaukee, Wisconsin, USA
Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

Spencer Tracy wird oft in einem Atemzug mit Laurence Olivier und Marlon Brando als größte Filmschauspieler aller Zeiten genannt. Seine Einstellung zur Schauspielerei war eher lapidar: "Komm pünktlich zur Arbeit, kenne deinen Text und remple die anderen Schauspieler nicht an." Der Mime, der während seiner Karriere 73 Filme drehte und zwei OSCARs erhielt (1937 für "Manuel" und 1938 für "Teufelskerle"), wurde von Ehefrau Louise Tracy-Treadwell einmal als äußerlich rauhbeinig und kurz angebunden, innerlich aber scheu und verletzlich beschrieben.

Als Sohn von John Edward und Caroline Brown Tracy wurde Spencer am 05. April 1900 in Milwaukee, Wisconsin geboren. Bereits im College entschied er, Schauspieler zu werden. Zusammen mit seinem Freund Pat O´Brien besuchte Tracy die Academy of Dramatic Arts in New York und bekam 1923 seine erste stumme Rolle. Als John Ford auf den jungen Mimen aufmerksam wurde, bekam dieser einen Vertrag bei Fox und die Hauptrolle in "Up the River" (1930). 1931 dann zog Spence mit seiner Familie nach Hollywood und drehte in den folgenden drei Jahren sechzehn Filme. 1935 wechselte der Schauspieler zu MGM und begann, wirklich erfolgreiche Filme wie "Der elektrische Stuhl" (1935), "Blinde Wut" (1936), "San Francisco" (1936), "Manuel" (1937) oder "Teufelskerle" (1938) zu machen.

1942 drehte Tracy zum ersten Mal gemeinsam mit Katharine Hepburn. Der Streifen "Die Frau von der man spricht" (1942) war der Auftakt einer wunderbaren und früchtebringenden Zusammenarbeit. Sage und schreibe neun Filme brachten die beiden zusammen hervor, sie waren das perfekte Leinwandliebespaar, die Idealbesetzung für Beziehungs-Komödien wie "Die ganze Wahrheit" (1942), "Zu klug für die Liebe" (1945), "Ehekrieg" (1949) oder "Pat und Mike" (1951). Doch angeblich waren die beiden nicht nur auf der Leinwand ein Liebespaar. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, führte Spencer 25 Jahre lang ein regelrechtes Doppelleben. An den Wochenenden war er der treusorgende Ehemann und Vater für seine Frau, die Schauspielerin Louise und die beiden gemeinsamen Kinder. Unter der Woche verbrachte er die Tage und Nächte mit Kollegin Katharine Hepburn und die Gerüchte über eine private Beziehung der beiden hielten sich hartnäckig. Auf die Frage, warum er sich denn nicht scheiden lasse, wo er doch offensichtlich mehr oder weniger getrennt von seiner Ehefrau lebe, antwortete der Mime: "Ich könnte mich scheiden lassen, wann immer ich wollte. Aber meine Frau und Kate mögen die Dinge so, wie sie sind." Was auch immer die wahren Gründe für seine privaten Turbulenzen waren, seinen schauspielerischen Leistungen taten sie in jedem Fall keinen Abbruch. Spence, dem es unangenehm war, eine Szene öfter als einmal drehen zu müssen (meist gelang es ihm, das zu vermeiden), war neben den schon erwähnten OSCAR-Auszeichnungen insgesamt sieben Mal für die begehrte Trophäe nominiert, u. a. für "Der alte Mann und das Meer" (1958), "Wer den Wind sät" (1959), "Das Urteil von Nürnberg" (1961) und "Rate mal, wer zum Essen kommt" (1967). Dieser letzte Film Spencer Tracys hatte die Rassenproblematik in den USA zum Thema. Der überaus erfolgreiche Schauspieler durfte den Triumph dieses Streifens nicht mehr erleben, er hatte schon während der Dreharbeiten Probleme mit der Lunge und starb noch vor der Premiere des Films an einem Herzinfarkt. Katharine sah sich diesen letzten gemeinsamen Film nie an, weil es für sie zu schmerzvoll gewesen wäre, ihn ohne Spencer anzuschauen. Aus Respekt vor seiner Familie erschien diese große Liebe Spencer Tracys nicht zu seiner Beerdigung.

Tracy war ein langjähriger Freund Humphrey Bogarts und besuchte ihn und Ehefrau Lauren Bacall häufig zusammen mit Katharine. In den Jahren 1956/1957, als Bogie gegen seinen Lungenkrebs ankämpfte und langsam starb, gehörte das Paar zu den wenigen Freunden, die regelmäßig zu Besuch kamen. Nach Bogies Tod bat Lauren Spence, die Trauerrede für seinen Freund zu halten. Der fürchtete aber, dem nicht gewachsen zu sein, war zu sehr berührt vom Tod des großen Schauspielers und lehnte schließlich ab. Noch vor Burgess Meredith bekam Spencer Tracy die Rolle des Pinguin in der TV-Serie "Batman" (1966) angeboten. Er wollte ihn aber nur dann spielen, wenn er Batman hätte töten dürfen - er war eben ein Mann, der seine eigenen Vorstellungen hatte...


Filmographie Spencer Tracy

  • 1930: The Strong Arm
  • 1930: Taxi Talks
  • 1930: The Hard Guy
  • 1930: Up the River
  • 1931: Quick Millions
  • 1931: Six Cylinder Love
  • 1931: Goldie
  • 1932: She Wanted a Millionaire
  • 1932: Teufelsflieger
  • 1932: Disorderly Conduct
  • 1932: Young America
  • 1932: Society Girl
  • 1932: The Painted Woman
  • 1932: Me and My Gal
  • 1932: 20.000 Jahre in Sing Sing
  • 1933: Face in the Sky
  • 1933: Shanghai Madness
  • 1933: The Power and the Glory
  • 1933: Ein Schloß in New York
  • 1933: The Mad Game
  • 1934: The Show-Off (auch Musik)
  • 1934: Geheimnummer X
  • 1934: Alles Schwindel!
  • 1934: Now I´ll Tell
  • 1934: Spione im Panamakanal
  • 1935: It´s a Small World
  • 1935: Der elektrische Stuhl
  • 1935: Das Schiff des Satans
  • 1935: Blutige Perlen
  • 1936: Riffraff
  • 1936: Blinde Wut
  • 1936: San Francisco
  • 1936: Lustige Sünder
  • 1937: 1918 - Der Friede brach aus
  • 1937: Manuel
  • 1937: Die große Stadt
  • 1937: Mannequin (1937)
  • 1938: Der Testpilot
  • 1938: Teufelskerle
  • 1939: Stanley und Livingstone
  • 1940: I Take This Woman
  • 1940: Der junge Tom Edison
  • 1940: Nordwest-Passage
  • 1940: Der große Edison
  • 1940: Der Draufgänger
  • 1941: Das sind Kerle
  • 1941: Arzt und Dämon (auch Musik)
  • 1942: Die Frau von der man spricht
  • 1942: Tortilla Flat (auch Sänger)
  • 1942: Die ganze Wahrheit
  • 1943: Kampf in den Wolken (auch Sänger)
  • 1944: Das siebte Kreuz
  • 1944: Dreißig Sekunden über Tokio
  • 1945: Zu klug für die Liebe
  • 1947: Endlos ist die Prärie
  • 1947: Liebe in Fesseln
  • 1948: Der beste Mann
  • 1949: Edward, mein Sohn
  • 1949: Ehekrieg
  • 1949: Malaya
  • 1950: Der Vater der Braut
  • 1951: Ein Geschenk des Himmels
  • 1951: Der Mordprozeß O´Hara
  • 1952: Pat und Mike
  • 1952: Schiff ohne Heimat
  • 1953: Theaterfieber
  • 1954: Arizona
  • 1955: Stadt in Angst
  • 1956: Der Berg der Versuchung
  • 1957: Eine Frau, die alles weiß
  • 1958: Der alte Mann und das Meer
  • 1958: Das letzte Hurra
  • 1960: Wer den Wind sät
  • 1961: Der Teufel kommt um vier
  • 1961: Das Urteil von Nürnberg
  • 1962: Das war der wilde Westen (nur Stimme)
  • 1963: Eine total, total verrückte Welt
  • 1967: Rat mal, wer zum Essen kommt

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1953: Bester Schauspieler - Drama: Theaterfieber
1958: Bester Schauspieler - Drama: Der alte Mann und das Meer
1967: Bester Schauspieler - Drama: Rate mal, wer zum Essen kommt (posthum)

OSCAR Nominierungen:
1936: Bester Schauspieler: San Francisco
1950: Bester Schauspieler: Vater der Braut
1955: Bester Schauspieler: Stadt in Angst
1958: Bester Schauspieler: Der alte Mann und das Meer
1960: Bester Schauspieler: Wer den Wind sät
1961: Bester Schauspieler: Das Urteil von Nürnberg
1967: Bester Schauspieler: Rat mal, wer zum Essen kommt (posthum)

Gewonnene OSCARs:
1937: Bester Schauspieler: Manuel
1938: Bester Schauspieler: Teufelskerle