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Bette Davis †
Ruth Elizabeth Davis
Biographie
© 20th Century Fox
|
Geboren am Gestorben am: |
5.4.1908 06.10.1989 |
in |
Lowell, Massachusetts, USA Neuilly, Frankreich |
Autor | Thomas Ays |
|---|
„Mein Name steht nie unter dem Titel!“ Bette Davis: ein echter Star.
Geboren wurde Bette Davis als Ruth Elizabeth Davis 1908 als Tochter eines Rechtsanwalts in Massachusetts. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als die kleine Ruth sieben Jahre alt war. Anschließend wuchs sie bei ihrer Mutter auf. Später sagte sie über ihre Kindheit: „Natürlich ersetzte ich meinen Vater. Ich wurde mein eigener Vater und der von jedem anderen.“
Der Wunsch Schauspielerin und ein Star zu werden, was damals etwas völlig anderes bedeutete, als heute, wuchs früh in ihr. Bei der Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule fiel sie jedoch beim ersten Mal durch. In New York, an der John Murray Anderson Dramatic School wurde sie jedoch angenommen. Den ersten Auftritt auf einer Bühne hatte sie in Rochester unter Regie von George Cukor, der mit Bette so seine Schwierigkeiten hatte und sie später feuerte. Anschließend arbeitete sie kurzzeitig als Platzanweiserin in einem Provinztheater.
1929 gab Bette Davis ihr Debüt am Broadway in dem Stück „The Lady from the Sea“. Das Filmstudio Universal holte sie ein Jahr später nach Hollywood, sie wurde jedoch nach ihrem ersten Film, „Bad Sister“, in dem sie neben Humphrey Bogart zu sehen war, aufgrund „mangelnden Talents“ entlassen. 1931 ging sie beim Konkurrenten Warner Bros. unter Vertrag.
Auch hier gab es bald große Probleme. Zum einen, weil sich Bette Davis standhaft weigerte, den vom Studio vorgeschriebenen Künstlernamen Bettina Dawes anzunehmen, zum anderen gab es immer wieder Streit wegen der Rollen, die sie spielen sollte. Sie ging gegen ihren Arbeitgeber Warner Bros. sogar vor Gericht, weil der ihr vorschrieb, Rollen zu spielen, die, wie sie fand, ihrem Talent nicht angemessen waren. Sie verlor den Rechtsstreit aber.
Bette drehte einen Film nach dem anderen, oft mehr als fünf in einem Jahr, bis sie mit „Of Human Bondage“ ihre erste OSCAR Nominierung als beste Schauspielerin erhielt. Allerdings war diese keine offizielle Nominierung, sondern ein so genannter „write in“. Hier durfte das Publikum noch eine Nominierung hinzufügen. Das war 1934. Ein Jahr später konnte sie den Goldjungen für ihre Leistung in dem Film „Dangerous“ endlich in Händen halten. Geholfen hat es ihr bei ihrem Studio jedoch nichts. Noch immer diktierte man ihr ihre Rollen. Das änderte sich schlagartig mit dem Gewinn ihres zweiten OSCARs, den sie 1938 für ihre Rolle in „Jezebel - Die boshafte Lady“ erhielt. Endlich durfte sie bei ihrer Rollenauswahl mitreden. Für „Opfer einer großen Liebe“ (1939) gab es erneut eine Nominierung in der Kategorie „Beste Schauspielerin. In den drei darauf folgenden Jahren gab es jeweils eine erneute Nominierung für den OSCAR in diesem Fach: Für „Das Geheimnis von Malampur“, „Die kleinen Füchse“ und für „Reise aus der Vergangenheit“. 1941 wurde Bette dann als erste Frau zur Präsidentin der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ gewählt. Sie soll es im Übrigen auch gewesen sein, die dem OSCAR ihren Namen gab. Ihr Mann Harmon Oscar Nelson soll wie die Statue ausgesehen haben – und der Namen passte.
1944 erntete sie für „Das Leben der Mrs. Skeffington“ erneut eine OSCAR Nominierung. Während des Zweiten Weltkrieges war sie, neben ihrer Arbeit als Schauspielerin, Präsidentin der „Hollywood Canteen Foundation“. Dieser Club bestand aus Filmstars, die die kämpfenden, amerikanischen Soldaten an der Front unterhielten.
Bette Davis spielte Zeit ihres Lebens besonders überzeugend komplizierte und neurotische Frauen. Ihre Fans liebten sie, wenn sie geldhungrige, mörderische und ehrgeizige, manchmal auch böse Figuren verkörperte. Nicht umsonst stand auf dem Filmplakat zu „Der Stachel des Bösen“ der Werbespruch: „Keine ist so gut wie Bette Davis, wenn sie schlecht ist!“. Später sagte sie über diesen Streifen: „Der Stachel des Bösen“ war ein furchtbarer Film. Er hatte die längste Sterbe-Szene der Leinwandgeschichte.“
1950 gab sie ein beeindruckendes Beispiel an Schauspielkunst, als sie in „Alles über Eva“ zu sehen war. Erneut wurde sie für einen OSCAR nominiert. Über ihre Rolle in diesem Film sagte sie: „Margo Channing war keine Schlampe. Sie war eine Schauspielerin, die älter wurde und darüber alles andere als glücklich war. Warum sollte sie auch? Jeder, der sagt, dass das Leben mit 40 beginnt, spinnt. Wenn Menschen älter werden, verfallen ihre Körper. Sie werden krank. Sie vergessen Dinge. Was soll gut daran sein?“
Zwei Jahre später wurde sie für „The Star“ zum 8. Mal für den OSCAR nominiert. 1962 spielte sie an der Seite von Joan Crawford in „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ und sahnte eine erneute OSCAR Nominierung ab. Die beiden Frauen hassten sich jedoch bis aufs Blut, was Bette zu bitterbösen Zitaten veranlasste, Marke: „Joan Crawford schlief mit jedem Mann bei MGM, außer mit Lassie.“ Oder „Warum ich so gut darin bin, Schlampen zu spielen? Vielleicht, weil ich keine bin. Vielleicht spielt deshalb Joan Crawford immer Ladys.“ In einem Interview wurde sie nach den Gründen dieser Feindschaft gefragt. Dazu sagte sie: „Joan Crawford und ich sind nie Freunde geworden. Wir sind uns einfach nicht sympathisch. Ich würde nicht mal auf sie pinkeln, wenn sie in Flammen stehen würde!“ Als Joan Crawford 1977 starb, soll Bette gesagt haben: „Du solltest nie etwas schlechtes über den Tod sagen. Du solltest sagen: „Gut! Joan Crawford ist tot. Gut!“
Immer war Bette Davis für eine Schlagzeile gut. Beispielsweise verklagte die Schauspiel-Diva ein Filmmagazin, das behauptet hatte, sie hätte ihre Karriere beendet, auf Schadensersatz in Höhe von einer Million US-Dollar. 1962 gab Bette eine Stellenanzeige in einer Zeitung auf, die lautete: „Mutter von drei Kindern (10, 11 und 15), geschieden, Amerikanerin. 30 Jahre Erfahrung als Filmschauspielerin. Hätte gerne ständige Beschäftigung in Hollywood.“ Über sich, als Schauspielerin sagte sie „Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt, aber ich glaube ich kann mich selbst nicht spielen. Ich weiß nicht wie! Gib mir einen Drink, eine Zigarette, eine Pistole und ich spiele jeden alten Koffer, den Du willst. Ich kann mich nur nicht selbst spielen!“
Später war Bette Davis in starken Rollen auch oft im Fernsehen zu sehen. Einen dritten OSCAR bekam sie nie. Dazu sagte sie einmal: „Ich wollte immer diejenige sein, die drei OSCARs gewinnt. Katharine Hepburn hat es geschafft. Naja, eigentlich ja nicht. Sie hat einmal nur einen halben OSCAR gewonnen, (als sie ihn sich mit Barbra Streisand teilen musste, Anm. d. Red.). Wenn sie mir einen halben OSCAR geben würden, würde ich ihn ihnen ins Gesicht werfen. Du siehst also, ich bin Widder, ich verliere nie!“
Bette Davis war viermal verheiratet. Mit Harmon Nelson von 1932 bis 1938, mit Arthur Farnsworth von 1940 bis zu seinem Tod 1943 und mit William Grant Sherry von 1945 bis 1950. Die beiden hatten ein Kind, Barbara. 1985 veröffentlichte diese ein Buch unter dem Titel „My Mother’s Keeper“, eine sehr kritische Abrechnung über die Beziehung zu ihrer Mutter, der Schauspielerin.
Mit Gary Merrill, ihrem Partner in „Alles über Eva“, war Bette von 1950 bis 1960 verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Adoptiv-Kinder hervor, Margot und Michael.
„Ich bin die netteste, gottverdammte Dame, die je gelebt hat!“
Das glauben wir blind. Bette Davis erlag 1989 im Alter von 81 Jahren einem Brustkrebsleiden. Ein Jahr zuvor gab sie offen zu: „Ich war der reinste Terror. Unleidlich, ungezogen mit schrecklichen Manieren, nur auf den Erfolg und meine Karriere bedacht. Ich hatte nie Zeit für Freundlichkeiten. Ich habe stets nur gesagt, was ich dachte, und das war keineswegs immer druckreif“.
Filmographie Bette Davis
- 1931: Bad Sister
- 1931: Meine Kinder - mein Glück
- 1931: Waterloo Bridge
- 1932: Way Back Home
- 1932: The Menace
- 1932: Hell's House
- 1932: The Man Who Played God
- 1932: So Big!
- 1932: The Rich Are Always with Us
- 1932: The Dark Horse
- 1932: Die Hütte im Baumwollfeld
- 1932: Three on a Match
- 1932: 20.000 Jahre in Sing Sing
- 1933: Just Around the Corner
- 1933: Parachute Jumper
- 1933: The Working Man
- 1933: Spätere Heirat ausgeschlossen
- 1933: Verschollen in New York
- 1934: The Big Shakedown
- 1934: Liebe ohne Zwirn und Faden
- 1934: Ein feiner Herr
- 1934: Nebel über Frisco
- 1934: Of Human Bondage
- 1934: Housewife
- 1935: Stadt an der Grenze
- 1935: The Girl from 10th Avenue
- 1935: Die Frau auf Seite 1
- 1935: Spezial-Agent
- 1935: Dangerous
- 1936: Der versteinerte Wald
- 1936: The Golden Arrow
- 1936: Der Satan und die Lady
- 1937: Mord im Nachtclub
- 1937: Kid Galahad - Mit harten Fäusten
- 1937: That Certain Woman
- 1937: It's Love I'm After
- 1938: Jezebel - Die boshafte Lady
- 1938: Drei Schwestern aus Montana
- 1939: Opfer einer großen Liebe
- 1939: Juarez
- 1939: Die alte Jungfer
- 1939: Günstling einer Königin
- 1940: Hölle, wo ist dein Sieg?
- 1940: Das Geheimnis von Malampur
- 1941: Vertauschtes Glück
- 1941: Shining Victory
- 1941: Die Braut kam per Nachnahme
- 1941: Die kleinen Füchse
- 1942: Der Mann, der zum Essen kam
- 1942: Ich will mein Leben leben
- 1942: Reise aus der Vergangenheit
- 1943: Die Wacht am Rhein
- 1943: In Freundschaft verbunden
- 1944: Das Leben der Mrs. Skeffington
- 1944: Hollywood Canteen
- 1945: Das Korn ist grün
- 1946: Die große Lüge (auch Produzentin)
- 1946: Trügerische Leidenschaft
- 1948: Winter Meeting
- 1948: Die Braut des Monats
- 1949: Der Stachel des Bösen
- 1950: Alles über Eva
- 1951: Die Ehrgeizige
- 1952: Gift für einen anderen
- 1952: Ein Fremder ruft an
- 1952: The Star
- 1955: Die jungfräuliche Königin
- 1956: The 20th Century-Fox Hour (TV Serie)
- 1956: Mädchen ohne Mitgift
- 1956: Storm Center
- 1957: Schlitz Playhouse of Stars (TV Serie)
- 1957: The Ford Television Theatre (TV Serie)
- 1957: Telephone Time (TV Serie)
- 1958: Studio 57 (TV Serie)
- 1958: General Electric Theater (TV Serie)
- 1958: Suspicion (TV Serie)
- 1959: Alfred Hitchcock präsentiert (TV Serie)
- 1959: Beherrscher der Meere
- 1959: Der Sündenbock
- 1959: Wagon Train (TV Serie)
- 1959: The DuPont Show with June Allyson (TV Serie)
- 1961: Die unteren Zehntausend
- 1962: Was geschah wirklich mit Baby Jane?
- 1962: Die Leute von der Shiloh Ranch (TV Serie)
- 1963: Die Nackte
- 1963: Perry Mason (TV Serie)
- 1964: Der schwarze Kreis
- 1964: Wohin die Liebe führt
- 1964: Wiegenlied für eine Leiche
- 1965: War es wirklich Mord?
- 1966: Rauchende Colts (TV Serie)
- 1968: Die Giftspritze
- 1970: Ihr Auftritt, Al Mundy (TV Serie)
- 1970: Das Durchgangszimmer
- 1971: Bunny und Bill
- 1972: In den Fängen der Madame Sin
- 1972: Teuflisches Spiel
- 1972: The Judge and Jake Wyler (TV)
- 1973: Scream, Pretty Peggy (TV)
- 1974: Hello Mother, Goodbye! (TV)
- 1976: Das Landhaus der toten Seelen
- 1976: The Disappearance of Aimee (TV)
- 1978: The Dark Secret of Harvest Home (TV)
- 1978: Der Sieg der Sternenkinder
- 1978: Tod auf dem Nil
- 1978: Die Kinder von Sanchez
- 1979: Heimkehr einer Fremden (TV)
- 1980: White Mama (TV)
- 1980: Schreie der Verlorenen
- 1980: Julie erobert den Himmel (TV)
- 1981: Die Lady (TV)
- 1982: Ein Piano für Mrs. Cimino (TV)
- 1982: Kleine Gloria - Armes reiches Mädchen (TV)
- 1983: Hotel (TV)
- 1983: Hotel (TV Serie)
- 1983: Am Ende des Weges (TV)
- 1985: Mord mit doppeltem Boden (TV)
- 1986: As Summers Die (TV)
- 1987: Wale im August
- 1989: Tanz der Hexen
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1950: Beste Schauspielerin - Drama: Alles über Eva
1962: Beste Schauspielerin - Drama: Was geschah wirklich mit Baby Jane
OSCAR Nominierungen:
1934: Beste Schauspielerin: Of Human Bondage (keine offizielle Nominierung)
1939: Beste Schauspielerin: Opfer einer großen Liebe
1940: Beste Schauspielerin: Das Geheimnis von Malampur
1941: Beste Schauspielerin: Die kleinen Füchse
1942: Beste Schauspielerin: Reise aus der Vergangenheit
1944: Beste Schauspielerin: Das Leben der Mrs. Skeffington
1950: Beste Schauspielerin: Alles über Eva
1952: Beste Schauspielerin: The Star
1962: Beste Schauspielerin: Was geschah wirklich mit Baby Jane
Gewonnene OSCARs
1935: Beste Schauspielerin: Dangerous
1938: Beste Schauspielerin: Jezebel - Die boshafte Lady



